Sektenführer vor Gericht: Anhörung im Fall Klatten verschoben
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Sektenführer vor GerichtAnhörung im Fall Klatten verschoben

Knapp drei Wochen nach der Verurteilung des Schweizers Helg Sgarbi wegen Erpressung der Münchner Milliardärin Susanne Klatten ist in Italien die gerichtliche Anhörung des mutmasslichen Komplizen verschoben worden. Sie soll nun am 9. April beginnen.

Der für Dienstag anberaumte Gerichtstermin wurde verschoben, weil sich der Richter als Ermittlungsbeteiligter für befangen erklärte, wie ein Gerichtssprecher in Pescara sagte.

Dem Hotelier Ernano Baretta wird organisierte Kriminalität zur Last gelegt. Er soll dem Schweizer Sgarbi dabei geholfen haben, reiche Frauen erst zu verführen und dann zu erpressen.

Unter anderem steht er im Verdacht, heimlich Aufnahmen von den intimen Treffen Sgarbis mit seinen Opfern gemacht zu haben.

Der Schweizer wurde Anfang März in München zu sechs Jahren Haft wegen versuchter Erpressung der BMW-Erbin Susanne Klatten und anderer Frauen verurteilt.

Kostbare Vase

Er soll sich insgesamt 9,4 Millionen Euro ergaunert haben, davon alleine sieben Millionen Euro von Klatten. Sgarbi ist geständig und verzichtete auf weitere Rechtsmittel.

In dem Prozess gegen den Dolmetscher blieb aber ungeklärt, wo seine Beute geblieben ist. Die deutschen Ermittler vermuten, dass der auch als Sektenguru geltende Baretta das Geld versteckt hat.

Bei einer Durchsuchung seines Anwesens waren grössere Summen Bargeld gefunden worden, deren Herkunft unklar ist, darunter 400 000 Euro in einer Vase. Barretta beteuert seine Unschuld, auch nach dem Gerichtstermin: «Über mich sind nur ungeheure Lügen verbreitet worden», sagte er.

Der Italiener war im Juni 2008 unter dem Verdacht festgenommen worden, Kopf einer Betrügerbande zu sein. Die italienischen Behörden beschlagnahmten Immobilien und zahlreiche Autos des Mannes.

Ende Februar kam der Unternehmer, der heute ein Luxuslandhotel in den mittelitalienischen Abruzzen unterhält, wieder frei und darf seitdem seinen Wohnort nicht verlassen.

(sda)

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