Aktualisiert 23.12.2016 11:03

Amris Mutter

«Anis war auch in der Schweiz»

Sie wolle, dass die Wahrheit über ihren Sohn aufgedeckt werde, sagt die Mutter des Berliner Terrorverdächtigen. Und enthüllt überraschende Details.

von
thu
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In der Nähe der Siegessäule: Die Polizei nahm zuerst einen 23-jährigen Flüchtling aus Pakistan fest und verdächtigte ihn des Anschlags (20. Dezember 2016). Screenshot: Welt

In der Nähe der Siegessäule: Die Polizei nahm zuerst einen 23-jährigen Flüchtling aus Pakistan fest und verdächtigte ihn des Anschlags (20. Dezember 2016). Screenshot: Welt

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Später richtete sich der Verdacht dann gegen den Tunesier Anis Amri, von dem mittlerweile ein IS-Video aufgetaucht ist: Italienische Forensiker untersuchen den Ort in Mailand, wo Amri erschossen wurde.

Später richtete sich der Verdacht dann gegen den Tunesier Anis Amri, von dem mittlerweile ein IS-Video aufgetaucht ist: Italienische Forensiker untersuchen den Ort in Mailand, wo Amri erschossen wurde.

Keystone/Daniele Bennati
Amri war in der Nacht von einer Polizeistreife angehalten worden und hatte sich eine Schiesserei mit den Beamten geliefert.

Amri war in der Nacht von einer Polizeistreife angehalten worden und hatte sich eine Schiesserei mit den Beamten geliefert.

Keystone/Daniele Bennati

Die Mutter des mutmasslichen Berlin-Attentäters Anis Amri hat in Frage gestellt, ob ihr Sohn wirklich den Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren hat oder nur als Sündenbock dient.

Der 24-Jährige habe in Gesprächen keine Anzeichen von Radikalisierung gezeigt, sagte Nur al-Huda Hassani am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP in der tunesischen Stadt Oueslatia. Al-Huda Hassani berichtete davon, dass die Armut ihren Sohn zu Diebstählen getrieben habe und auch dazu, illegal nach Europa zu reisen. Er habe einige Zeit in einem italienischen Gefängnis sowie in der Schweiz verbracht, ehe er nach Deutschland gekommen sei.

Fingerabdrücke bestätigt

Eine Korrespondentin der NZZ konnte offenbar mit der Schwester des Verdächtigen, Nour Amri, sprechen – diese gab ihr zu Protokoll, ihr Bruder sei auf dem Weg von Italien nach Deutschland durch die Schweiz gereist. Damit relativierte die Schwester die Aussage ihrer Mutter. Der mutmassliche Attentäter reiste im Juli 2015 über Freiburg im Breisgau nach Deutschland ein.

In Deutschland gilt Amri nun als Tatverdächtiger bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt, bei dem zwölf Menschen getötet und fast 50 verletzt wurden. Die deutsche Bundesregierung bestätigte am Donnerstag, dass Fingerabdrücke des Tunesiers am Lastwagen entdeckt worden seien.

«Ich möchte, dass die Wahrheit über meinen Sohn aufgedeckt wird», sagte die Mutter der AP. Wenn er wirklich der Täter sei, müsse er die Verantwortung dafür übernehmen. Sie werde sich dann vor Gott von ihm lossagen. «Wenn er nichts getan hat, möchte ich, dass die Rechte meines Sohnes wiederhergestellt werden», fügte sie hinzu. (thu/sda)

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