Aktualisiert 13.11.2007 12:43

Anklage im Kübel-Mord

Im Fall der zerstückelten und einbetonierten Leiche eines 19-jährigen Schülers aus dem Rems-Murr-Kreis hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Mordanklage gegen vier junge Leute im Alter zwischen 17 und 23 Jahren erhoben.

Wie eine Sprecherin am Dienstag mitteilte, wird den drei Männern aus Stuttgart und einer 17-Jährigen aus dem Rems-Murr-Kreis vorgeworfen, am 21. August dieses Jahres den Handballtrainer Yvan S. aus Kernen-Rommelshausen nach einem Mordplan erschlagen, seine Leiche zerstückelt und in Kübel einbetoniert zu haben. Mordmotiv war laut Anklage Eifersucht.

Laut Staatsanwaltschaft ist ein 18-Jähriger der Haupttäter. Er war mit der mitangeklagten 17-jährigen Frau befreundet und habe fälschlicherweise geglaubt, sie habe zuvor eine intime Beziehung mit Yvan S. gehabt. Der Eifersüchtige habe daraufhin mit den anderen den Mordplan entwickelt, hiess es.

Laut Anklage lockte die 17-Jährige das Opfer am Abend des 21. August unter einem Vorwand in ein abgelegenes Gebiet in Rommelshausen. Auf einem Feldweg sollen die beiden 18-Jährigen auf ihn eingeschlagen haben, bis er starb. Gemeinsam hätten sie die Leiche in eine Halle nach Stuttgart transportiert. Dort sollen die Männer gemeinsam mit einem 23-Jährigen die Leiche zerhackt haben. Die Leichenteile brachten sie laut Anklage in die Wohnung und zementierten die Teile in Blumenkübel ein. Den Torso legten die Täter bei Grossbottwar ab, die anderen Leichenteile versenkten sie im Neckar bei Plochingen.

Den Angeklagten wird gemeinschaftlicher, heimtückischer Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen. Sie haben die Tat grösstenteils gestanden. Ein 18-Jähriger erklärte jedoch, er habe das Opfer nicht umbringen wollen. Der 23-Jährige bestreitet, an der Planung beteiligt gewesen zu sein. Die drei in Stuttgart wohnenden jungen Männer sind zuvor bereits wegen Körperverletzungs- oder Diebstahlsdelikten aufgefallen.

Wenige Tage nach der Tat hatten sich Bewohner eines Mehrfamilienhauses bei der Polizei gemeldet, weil aus einer Wohnung im Untergeschoss Verwesungsgeruch drang. Die Beamten entdeckten in der Wohnung Blutspuren und in den Resten eines Zementblockes Abdrücke einer Leiche.

Die Polizei nahm erst einen 18-jährigen Türken fest und Stunden später einen 18-jährigen Deutschen, der ein Teilgeständnis ablegte. Danach wurde die damals 16-jährige Freundin des Türken gefasst. Der 23-Jährige stellte sich später.

Die Mieterin der Wohnung und zwei 44 und 36 Jahre alte Männer, denen die beiden 18-jährigen Jugendlichen ihre Pläne vor der Tat mitgeteilt hatten, müssen sich in einem gesonderten Verfahren wegen des Verdachtes der Strafvereitelung und der Nichtanzeige geplanter Straftaten verantworten.

Ein Termin zur Hauptverhandlung vor der Jugendkammer des Landgerichts Stuttgart steht noch nicht fest. (dapd)

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