Anlagebetrug: Anleger fallen auf Traumrenditen rein
Aktualisiert

AnlagebetrugAnleger fallen auf Traumrenditen rein

Mit versprochenen Traumrenditen auf Mini-Kraftwerken hat eine Betrügerbande mehr als 1000 Anleger aus der Schweiz und Deutschland geprellt.

von
Christof Rührmair
AP

Millionenschaden statt Traumrenditen: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth geht von einem Schaden in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe aus, wie sie am Dienstag mitteilte. Wahrscheinlich seien aber noch gar nicht alle Betroffenen bekannt, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Träg.

Millionenschaden statt Traumrenditen: Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth ermittelt gegen 17 Personen, überwiegend aus Franken, teils auch aus Baden-Württemberg. Dabei geht es um den Verdacht des gewerbs- und bandenmässigen Betrugs. Sieben Verdächtige wurden am Dienstag bei der Durchsuchung von 28 Objekten in und ausserhalb Bayerns mit mehr als 150 Polizisten festgenommen. Sie sollten dem Haftrichter vorgeführt werden. Bei den Durchsuchungen wurden laut Staatsanwaltschaft grosse Mengen an Beweismitteln sichergestellt. Diese müssten nun gesichtet werden.

Angelegtes Geld sollte sich binnen 20 Jahren versechsfachen

Die Verdächtigen sollen der Staatsanwaltschaft zufolge an einem Firmengeflecht mit Zentrum im Nürnberger Raum beteiligt gewesen sein, das Anlegern mit rapsölbetriebenen Blockheizkraftwerken mit traumhaften Renditen lockte. Die Anleger sollten die Kraftwerke kaufen und an die Anbieter zurückverpachten. So sollten beispielsweise aus 40 000 Euro binnen 20 Jahren 240 000 Euro werden, was einer Versechsfachung des angelegten Geldes entspräche.

Die eingesammelten Gelder verwendeten die Verdächtigen den Ermittlungen zufolge allerdings grösstenteils für sich selbst und nicht zum Bau der Heizkraftwerke. Die Staatsanwaltschaft hat die 17 Beschuldigten im Verdacht, diese hätten von Anfang an geplant, nur so viele Blockheizkraftwerke herzustellen und in Betrieb zu nehmen, wie nötig sei, um einen Geschäftsbetrieb vorzuspiegeln, der tatsächlich nicht existiert habe.

Angeboten wurden laut Staatsanwaltschaft Blockheizkraftwerke mit Leistungen zwischen 30 und 100 Kilowatt. Pro 10 Kilowatt sollten die Anleger 10 000 Euro plus Mehrwertsteuer zahlen. Teils hätten die Anleger bereits die volle Summe bezahlt, teils erst Anzahlungen geleistet.

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