Kranker Trump: Anleger fürchten Absage oder Verschiebung der Wahlen
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Kranker TrumpAnleger fürchten Absage oder Verschiebung der Wahlen

Trumps positiver Corona-Test drückt die Börsen weltweit ins Minus. Denn Anleger fürchten, dass die Erkrankung den bevorstehenden US-Wahlkampf beeinflussen wird.

von
Barbara Scherer
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Anfang November findet die Wahl statt. Die Corona-Erkrankung des US-Präsidenten könnte nun den Wahlkampf beeinträchtigen.

Anfang November findet die Wahl statt. Die Corona-Erkrankung des US-Präsidenten könnte nun den Wahlkampf beeinträchtigen.

KEYSTONE
Das verunsichert Anleger. Sie fürchten, dass die Wahlen deshalb verlegt oder abgesagt werden.

Das verunsichert Anleger. Sie fürchten, dass die Wahlen deshalb verlegt oder abgesagt werden.

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Donald Trump und eine Frau Melania sind am Coronavirus erkrankt.

Donald Trump und eine Frau Melania sind am Coronavirus erkrankt.

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Darum gehts

  • Trumps Corona-Erkrankung verunsichert die Anleger weltweit.
  • Viele befürchten, dass der Wahlkampf beeinflusst wird.
  • Trotzdem investieren Anleger weiterhin in Dollar und drücken den Kurs nach oben.

Weltweit haben die Börsen geschockt auf Trumps positiven Corona-Test reagiert: Nach den asiatischen Börsen notierten am Freitag sowohl der Schweizer Leitindex SMI als auch die US-Aktienmärkte teils deutlich im Minus. Doch warum schickt der Corona-Test des US-Präsidenten die Aktienkurse auf Talfahrt? Und bleiben die Börsen bis zu Trumps Genesung nervös? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Vor was haben die Börsen Angst?

Die USA befinden sich im Endspurt des Präsidentschaftswahlkampfes. Anfang November findet die Wahl statt. «Während dem Wahlkampf schwanken die Aktienkurse immer etwas», erklärt Christian Gattiker, Chefstratege bei Julius Bär. Die Corona-Erkrankung des US-Präsidenten könnte nun den Wahlkampf beeinträchtigen. «Einige Anleger befürchten, dass die Wahlen verschoben oder abgesagt werden», so Gattiker. Diese Unsicherheit wirke sich negativ auf die Aktienkurse aus. Denn die Börsen fürchten sich vor Chaos und Ungewissheit.

Wie geht es jetzt weiter?

«Die Stimmung an der Börse wird sicher weiterhin gedämpft sein», erklärt Gattiker. Dass der US-Präsident erkrankt, habe viele Anleger überrascht. «Allerdings ist die Atmosphäre an der Börse wegen Corona seit längerer Zeit getrübt.» Auf die Realwirtschaft habe die Nachricht der Erkrankung des Präsidenten aber noch keine Auswirkungen. Wer nicht in Aktien anlegt, sollte also von der negativen Stimmung an der Börse nicht viel bemerken.

Und was passiert, wenn Trump schwer erkrankt?

Erkrankt der US-Präsident schwer, hätte das Folgen für die Präsidentschaftswahlen: «Trump könnte dann nicht mehr an Debatten teilnehmen, und das würde sich negativ auf seinen Wahlkampf auswirken», sagt Sandro Merino, Investmentstratege der Basler Kantonalbank und Bank Cler. Denn Trump habe sich stets als starken Präsidenten dargestellt. «Als kranken Präsidenten wollen ihn die Amerikaner wohl kaum noch wählen.» Das würde die Börsen sicher weiter ins Minus drücken. Ob die Wahlen durchgeführt werden, bestimme schlussendlich die US-Wahlkommission. Merino ist aber überzeugt, dass der Wahlkampf wie geplant stattfinden wird: «Selbst in Kriegszeiten wurden die Präsidentschaftswahlen nicht verschoben.»

Warum steigt dann der Dollarkurs?

Der Dollar legte nach dem Testergebnis zu und notierte 0,3 Prozent fester. «In einer Krise gilt der US-Dollar als sicherer Hafen», erklärt Gattiker. Anleger würden in unsicheren Zeiten gerne in Dollar investieren, das treibt den Kurs nach oben. Daran ändere sich auch nichts, wenn der US-Präsident erkrankt. «Denn mit Dollar lässt sich immer Handeln», sagt Gattiker. Auch der Franken gilt als sichere Währung und hat deshalb ebenfalls leicht zugelegt.

Demokratin würde im Worst-Case-Szenario übernehmen

Kann der US-Präsident nicht mehr regieren, übernimmt sein Vize: Mike Pence. Im statistisch gesehen wenig wahrscheinlichen Worst-Case-Szenario erkranken der US-Präsident und sein Vize gleichzeitig so schwer, dass keiner mehr die Regierungsverantwortung übernehmen kann. Auch in diesem Fall ist die Nachfolge durch die Verfassung klar geregelt: Die Sprecherin des Abgeordnetenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, würde übernehmen – für Trump und seine Republikaner wohl ein absolutes Albtraumszenario.

Deine Meinung

233 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Müller. M

04.10.2020, 23:05

Beten wir für den all Zeit beliebten Präsidenten der Staaten und hoffen das er wieder bald wieder auf die Beine kommt und weitere 4 Jahre die Staaten führt durch diese schweren Zeiten nur Trumpi kann dies der andere steht doch mit einen Bein in der Grube.

A

04.10.2020, 17:16

Die Wahlen (Stimmabgaben) haben bereits seit letzten Freitag begonnen. Nur der Kongress kann die Wahlen stornieren oder verschieben. Der Präsident hat diesbezügliche keine Macht, dies umzusetzen.

Hutter

04.10.2020, 15:33

Doch nur ein Hoax oder. War im April alles vorbei. Oder?