01.09.2015 07:05

«So klingt die Schweiz»Anna Kaenzig ist die Queen of Lampenfieber

Die Sängerin Anna Kaenzig coacht die Deutschschweizer Teilnehmer von «So klingt die Schweiz». Ihre Schäfchen können sich freuen: Kaum eine Musikerin lebt und liebt die Musik so sehr wie die Zürcherin.

von
Lucien Esseiva

Musikerin Anna Känzig stellt sich vor.

Das dritte Album der Zürcherin Anna Kaenzig (31) steht in den Startlöchern und mit dem Sound, den sie präsentieren wird, könnte sie einige ihrer eingefleischten Fans schocken. Statt folkiger Klänge, die mit zarter Gitarre und engelsgleicher Stimme vorgetragen werden, stimmt Kaenzig auf ihrer neuen Platte «Sound and Fury» zwischendurch elektronische Töne an. Dieser neue Stil ist keine komplette Veränderung, wie man im ersten Moment vermuten könnte. Vielmehr kehrt sie zu den Anfängen ihrer Musik und ihrer ersten Leidenschaft zurück. «In den 90er-Jahren hörte ich viel Trip-Hop. Natürlich Portishead, aber auch Schweizer Bands», sagt Kaenzig im Gespräch mit 20 Minuten.

Anna Kaenzigs Leben ist von der Musik geprägt. Diese Leidenschaft entdeckte sie bereits im zarten Alter von fünf Jahren, als sie zum ersten Mal eine Gitarre in den Händen hielt. Dass Kaenzig Musik machen und Musikerin werden wollte, wusste sie schon früh. Nach der Matura studierte sie Gesang an der Jazz-Abteilung der Zürcher Hochschule für Künste und erhielt 2009 den Förderpreis und eine Einladung für einen Gig am legendären Montreux Jazz Festival. Auf ihrem Debütalbum «Four Acres and no Horse» bediente sich die Zürcherin noch ihres Jazz-Fundus, das zweite Werk «Slideshow Seasons» war dann lupenreiner Folk. «Für diese Stilrichtung brauche ich nichts und niemanden – Folk kann ich ganz alleine machen», sagt sie.

«Mein Leben? 98% Musik, 2% ‹berechenbare› Natur»

Seit dem letzten Album ist einige Zeit vergangen. Zeit, in der sich Kaenzig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und fast nicht mehr aufgetreten ist. Die Musik hat sie aber nicht losgelassen. «Ideen für Songs kommen mir an den komischsten Orten, wie zum Beispiel im Tram oder wenn ich mit meinem Velo durch die Stadt fahre», erzählt sie. Diese Song-Bruchstücke singt sie jeweils in ihr iPhone, weil sich die Ideen sonst zu schnell verflüchtigen.

Musik ist ihr Leben, versichert sie glaubhaft. «Nur zirka zwei Prozent meines Alltags kommen ohne Musik aus und die Zeit verbringe ich in ‹berechenbarer› Natur, wie zum Beispiel auf dem Uetliberg», lacht sie. Obwohl Kaenzig schon ewig Musik macht und schon hunderte Male auf der Bühne stand, stirbt sie vor einem Auftritt noch immer tausend Tode. «Erst werde ich grantig, dann packt mich die nackte Angst. Früher musste ich mich vor einem Gig manchmal fast übergeben», gesteht sie. Die Angst verfliege oft nach den ersten Songs, manchmal bleibe sie auch, erzählt sie: «Dann wird ein Konzert schaurig anstrengend.» Sie sei halt die «Queen of Lampenfieber», scherzt sie.

Als Coach bei «So klingt die Schweiz» will sie genau das vermitteln, was sie selber empfindet: Ihre Freude und die unglaubliche Liebe zur Musik.

Mehr Infos zum Projekt finden Sie hier.

Wie klingt die Schweiz? Diese Frage wollen 20 Minuten und Coop im Herbst 2015 klären. Vier Musiker – Snook aus dem Graubünden, Alejandro Reyes aus der Westschweiz, Make Plain aus dem Tessin und Anna Känzig aus der Deutschschweiz – casten talentierte Musiker und formieren sich zu einer riesigen Band, singen in allen vier Landessprachen und sprengen so alle Sprachbarrieren. Und für den Refrain kommt dann das ganze Land ins Spiel: Die Schweizer Bevölkerung formiert sich zum grössten Chor der Schweiz!

Mehr Infos unter: www.soklingtdieschweiz.20min.ch

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