Aktualisiert 17.03.2009 06:24

Ausstieg

Anna Maier will 3+ keinen Schadenersatz bezahlen

Anna Maiers abrupter Abgang bei 3+ hat finanzielle Folgen: Der TV-Sender fordert von der Moderatorin Schadenersatz. Doch Maier will nicht zahlen.

von
Bernhard Brechbühl

Für die geplante Unterhaltungsshow «Die 10» wurden mit Anna Maier bereits Trailer gedreht. Weil diese nun im Papierkorb landen, fordert 3+-Chef Dominik Kaiser eine Entschädigung: «Anna Maier hat einen Vertrag gebrochen. Wir werden ihr den entstandenen Schaden in Rechnung stellen.» 20 Minuten weiss: Es geht um rund zehntausend Franken.

Die attraktive Fernsehlady kann über diese Forderung nur den Kopf schütteln. «Ich könnte 3+ genauso eine Rechnung schicken, da ich schon etwa zwei Tage für die Sendung gearbeitet habe. Darauf verzichte ich aber.» Von einem Vertragsbruch ihrerseits könne keine Rede sein, so Maier. «Bei meiner Kündigung berief ich mich auf Unzumutbarkeit.»

Und unzumutbar sei der Inhalt von «Die 10» gewesen: «Die zehn erotischsten Frauen der Schweiz zum Beispiel werden auf primitive Weise ins Lächerliche gezogen. So etwas will ich nicht moderieren», sagt Maier. Sie habe 3+ mehrfach – sogar schriftlich – vorgeschlagen, gemeinsam an den Inhalten zu arbeiten. Ohne Erfolg. «Ich bin eine Moderatorin und nicht einfach eine Sprechpuppe», so die 31-Jährige, «ich muss hinter dem Inhalt einer Sendung stehen können.»

Nach Maiers Abgang muss 3+ nun innert kürzester Zeit mit einer neuen Moderatorin handelseinig werden, damit «Die 10» am 7. April starten kann.

Mit ihrem vorzeitigen Ausstieg aus der Showbiz-Sendung «Die 10» vom Schweizer Privatsender 3+ sorgt Anna Maier für einen Eklat. Konkret geht es um den Beitrag zum Thema «Die zehn erotischsten Frauen der Schweiz», bei dem diverse Schweizer Promis bissige Kommentare zu Damen wie Susanne Wille oder Maria Dolores Dieguez (Michelle Hunziker) abgeben. «Die Frauen werden auf primitivste Weise fertiggemacht», gab Maier dem «Sonntagsblick» zu Protokoll. Problematisch war für sie zudem, dass sie die betreffenden Damen fast alle persönlich kennt.

Anna Maier: «Mein Fehler: Ich habe es unterschätzt. Ich kann nicht eine Sendung moderieren, in der Arbeitskollegen fertig gemacht werden.»

20 Minuten Online: Ging es dabei um die Kommentare der Promis wie Gimma und Co.?

«Nein, es geht mir nicht um die Quotes. Es geht mir um die redaktionelle Stossrichtung des Beitrags, darum, wie über diese zehn Frauen berichtet wird.»

War dir der Inhalt nicht schon bekannt – konntest du nicht Gegensteuer geben?

«Die genaue Form der Mitarbeit zwischen mir und der Redaktion war offenbar zu wenig genau geregelt. Es hat sich nun gezeigt, dass sie wollten, dass ich mich komplett raushalte, was den Inhalt anbelangt. Und ich hatte natürlich angenommen, dass ich als Kopf der Sendung meine Meinung stärker hätte einbringen können.»

Ein inhaltlicher Beitrag war nicht gefragt?

«Nun, nach der Sichtung der ersten Sendungsinhalte wurde evident, dass ich und die Redaktion nicht vom Gleichen reden. Es war ausgemacht, der Grundton der Sendung sei 'immer mit einem Augenzwinkern, aber nicht bös'. Aber wie die Sendung jetzt daherkommt – da kann ich nicht dahinter stehen.»

Kommt es nun wirklich zur Konventionalstrafe, wie das 3+-Boss Dominik Kaiser androht?

«Ich hoffe natürlich, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden. Und ich muss hier nochmals betonen, dass ich die Sendung sehr gern gemacht hätte. Bloss kam man mir inhaltlich null entgegen, was ich sehr bedaure und weshalb ich den Vertrag kündigen musste. Ich bin nun mal keine Sprechpuppe.»

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