Aktualisiert 12.12.2006 11:34

Annan fordert ein Ende des Albtraums in Darfur

Die Kämpfe in der sudanesischen Region Darfur haben sich in den letzten Wochen intensiviert. Die Bevölkerung erlebe einen Albtraum, sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan zur Eröffnung der ausserordentlichen Sitzung des Menschenrechtsrats in Genf.

«Es ist wichtig, dass der Rat eine gemeinsame und klare Erklärung abgibt», forderte Annan in einer Videobotschaft am Dienstag. Die aktuelle Situation sei unhaltbar, und es dürfe nicht so weitergehen. «Die Gewalt muss aufhören.»

Annan verlangte weiter, dass ohne Verzögerung eine Expertengruppe nach Darfur geschickt werde, um die Eskalation der Gewalt zu untersuchen. Fast vier Millionen Menschen hätten Hilfe nötig, betonte er. Gleichzeitig breite sich die Gewalt in die Nachbarländer aus.

Die Sitzung war am 30. November auf das Gesuch von Finnland im Namen der EU einberufen worden. 34 der 47 Mitgliedsländer des Rats hatten die Bitte unterstützt, darunter der Schweiz.

Tägliche Gräuel

Jeden Tag würden Gräueltaten begangen, berichtete die UNO- Hochkommissarin für Menschenrechte Louise Arbour. «Die Zivilisten sind weiterhin Zielscheibe von absichtlichen und zerstörerischen brutalen Attacken.»

In den vergangenen sechs Wochen seien 80 000 Personen vertrieben worden, sagte Arbour weiter. Hunderte Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, seien getötet worden. Massenvergewaltigungen und andere Missbräuche hätten kein Ende. Die Täter blieben unbestraft. Der Konflikt schwappe zudem auf Tschad und Zentralafrika über.

Armee beschuldigt

Das Hochkommissariat beschuldigte die sudanesische Armee und bewaffnete Gruppen für den erneuten Ausbruch der Gewalt. Die Zeugen und Opfer beschrieben viele Attacken als koordinierte Operationen von Regierungskräften und verbündeten Milizen, klagte Arbour.

Die Hochkommissarin stellte zudem «blinde Bombardierungen durch Regierungsflugzeuge» fest. Humanitäre Organisationen würden in ihrem Zugang behindert. Arbour verurteilte auch durch Rebellen begangene Gewalttaten, Plünderungen und Folterungen. Sie forderte eine «glaubwürdige Antwort» durch den Rat.

(sda)

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