Annan räumt Fehler ein
Aktualisiert

Annan räumt Fehler ein

Angesichts mehrerer Skandale in seiner Organisation hat UN-Generalsekretär Kofi Annan Fehler eingeräumt, zugleich aber die wichtige globale Funktion der Vereinten Nationen betont.

In einem Artikel für das «Wall Street Journal» schrieb Annan: «Ich habe alles getan und tue noch immer alles, um Mangelhaftigkeiten bei den UN zu korrigieren.» Um die Wichtigkeit der UN zu verdeutlichen verwies Annan auf die Wiederaufbauhilfe nach der Flutkatastrophe in Asien und die Mission im Irak. Dort waren bei einem Bombenanschlag vor anderthalb Jahren 22 UN-Mitarbeiter getötet worden.

Besonders angeschlagen ist die Organisation wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Irak-Hilfsprogramm Öl-für-Lebensmittel. Kritiker sehen in dem Skandal ein Indiz für weitreichende Führungsschwierigkeiten und zweifeln die Fähigkeit der UN an, mögliche Sanktionen gegen den Iran oder Nordkorea durchzusetzen. «Ich bin der Erste, der echte Fehler, moralische Verfehlungen und Missmanagement einräumt», schrie Annan. Aber er sei auch fest entschlossen, die Reformen durchzuführen, die nach dem Öl-für-Lebensmittel-Skandal angemahnt worden seien.

Ein weiterer Skandal ist der Missbrauch von Mädchen und Frauen durch UN-Soldaten im Kongo. Dies nannte Annan «schockierend» und räumte ein, das Ausmass des Problems sei zu spät erkannt worden. Zuletzt waren die Vereinten Nationen erst am Sonntag mit dem Rücktritt von Ruud Lubbers als Hochkommissar für Flüchtlinge geraten. Lubbers musste sein Amt wegen Vorwürfen sexueller Belästigung räumen. In seinem Artikel ging Annan darauf nicht ein. (dapd)

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