Annan «sehr enttäuscht» über seinen Sohn

Aktualisiert

Annan «sehr enttäuscht» über seinen Sohn

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich am Montag «sehr enttäuscht und überrascht» darüber gezeigt, dass sein Sohn Kojo bis Februar dieses Jahres Geld im Zusammenhang mit dem Öl-für-Lebensmittel-Programm der Vereinten Nationen erhalten hat.

Das Geld kam von der Schweizer Firma Cotecna Inspection, die für das UN-Programm arbeitete. Gegen sie wird in mehreren Fällen wegen Korruption ermittelt. Cotecna hatte die Aufgabe zu prüfen, ob die im Irak importierten Güter tatsächlich die Bedürftigen im Irak erreichten.

Er sei davon ausgegangen, dass diese Zahlungen schon 1998 eingestellt worden seien, sagte Annan. UN-Sprecher Fred Eckard hatte am Freitagabend in New York eingeräumt, dass die Zahlungen bis Februar andauerten. Das Öl-für-Lebensmittel-Programm wurde 1996 gestartet und sollte die Versorgung der irakischen Bevölkerung trotz der internationalen Sanktionen sicher stellen.

Im Januar 2004 wurden erstmals Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Programm bekannt. In den vergangenen Monaten haben sich die Hinweise verstärkt und den UN eine ernsthafte Glaubwürdigkeitskrise beschert, wie Generalsekretär Annan einräumte. Derzeit läuft eine Untersuchung unter Vorsitz des frühen US-Notenbankchefs Paul Volcker. (dapd)

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