Erlen TG: Anonyme E-Mails sorgen für giftiges Klima in Dorf
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Erlen TGAnonyme E-Mails sorgen für giftiges Klima in Dorf

Anfang Schuljahr wurden in Erlen nach anonymen Vorwürfen zwei Hauswarte freigestellt. Noch immer sind die Hintergründe unklar, doch der Fall sorgt weiter für Unfrieden.

von
jeb
In der Schulanlage in Erlen TG wurden zwei Hausabwarte freigestellt.

In der Schulanlage in Erlen TG wurden zwei Hausabwarte freigestellt.

Die beiden Männer wurden vor zwei Monaten in Erlen TG freigestellt, nachdem im Dorf anonyme E-Mails zirkuliert waren, in denen schwere Vorwürfe gegen einen Hauswart erhoben wurden. Auch der zweite Mann wurde in die Affäre hereingezogen. Die beiden Hauswarte sind noch immer ausser Dienst.

Erlen kommt trotzdem nicht zur Ruhe. Noch immer werden im Dorf E-Mails verschickt, die sich auf den Fall beziehen – meist anonym oder sogar unter falschem Namen. Diese werden je länger je schärfer und zielen mit schweren Vorwürfen auf mehrere Personen aus dem Umfeld der Schule ab.

Anonyme Anrufer schnaufen in Hörer

Leidtragender ist auch ein Ersatzhauswart. In seinem Namen werden etwa E-Mails versendet, in denen einem Hauswart Straftaten vorgeworfen werden, während der andere in Schutz genommen wird. Der betroffene Ersatzhauswart wird im Absender mit Namen und drei Telefonnummern genannt. «Ich erhalte regelmässig anonyme Anrufe zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten, in denen jemand in den Telefonhörer atmet und nach einer gewissen Zeit wieder auflegt, ohne ein Wort gesprochen zu haben», so der Betroffene.

Der Mann betont auf Anfrage, dass er niemals solche E-Mails versandt hatte. Für ihn ist die Angelegenheit mühsam, da er sein Telefon nicht mehr wie gewohnt nutzen kann und die Anrufe für die Polizei protokollieren muss.

Fall liegt bei Staatsanwaltschaft

Für Herbert Wyss, den Krisenmanager der Schule Erlen, ist die Angelegenheit mit den regelmässig zirkulierenden E-Mails voller unbewiesener Anschuldigen perfid. «Es scheint einen Konflikt zwischen einzelnen Menschen zu geben. Man versucht sich gegenseitig fertig zu machen, und das auf übelste Art und Weise.» Er wisse aber als Aussenstehender nicht, welche Behauptungen wahr seien und was die Motivation hinter den anonymen E-Mails sind. Man müsse nun die Ergebnisse der Untersuchung von Polizei und Staatsanwaltschaft abwarten. Diese liege aber leider auch zwei Monate nach der Freistellung der Hauswarte noch nicht vor.

Die Staatsanwaltschaft Thurgau wollte sich zu konkreten Fragen nicht äussern: «Das Verfahren ist hängig, es sind noch Ermittlungen im Gange», so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Thurgau, Stefan Haffter. Nur so viel: Die Hauswarte seien zu keinem Zeitpunkt in Untersuchungshaft gewesen. Von den anonymen E-Mails habe man Kenntnis, entsprechende Abklärungen seien im Gange.

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