Anonymes telefonieren weiter problemlos möglich
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Anonymes telefonieren weiter problemlos möglich

Die Stadtpolizei Zürich stösst bei der Verfolgung von Straftätern immer wieder auf falsch registrierte Handys. Per Ende 2006 waren es 17 000 Registrierungen, bei denen Handy-Besitzer und Handy-Abonnent nicht übereinstimmten.

Dies erschwere die Arbeit der Polizei, bestätigte Susann Birrer, Chefin der Infostelle der Stadtpolizei Zürich, einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Denn Kriminelle könnten dadurch oft ohne weiteres unerkannt telefonieren.

«Die Zahl von 17 000 Falschregistrierungen muss allerdings im Zusammhang mit der Gesamtzahl der Prepaid-SIM-Karten von rund 3 Millionen betrachtet werden», sagte Birrer der Nachrichtenagentur SDA. «Und nicht bei jeder der 17 000 Falschregistrierungen steht etwas Kriminelles dahinter.»

Die Anzahl der geschädigten Personen oder Firmen sowie der nicht existenten Personen oder Firmen bewege sich nach derzeitigem Kenntnisstand der Stadtpolizei «im tieferen dreistelligen Bereich», sagte Birrer weiter. «Allerdings ist dabei noch nicht alles ausgewertet.» Oft würden die Handys bei Drogendealern sichergestellt.

Als wenig hilfreich und als Aushebelung des gesetzgeberischen Willens müsse übrigens auch das Verhalten politischer Aktivisten gewertet werden, sagte die Info-Chefin. «Diese kaufen in ihrem Namen viele Karten und geben sie an Dritte weiter. Beispielsweise an Personen, die mangels Identitätspapieren keine Prepaid-Karten im Laden kaufen können.»

Käuferinnen und Käufer von Prepaid-Handys müssen sich in der Schweiz seit 2004 registrieren lassen. Diese Bestimmung wurde eingeführt, um zu vermeiden, dass Kriminelle anonym kommunizieren können. Nach dem Kauf ist es nicht verboten, die Nummer weiterzugeben.

(sda)

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