Aktualisiert 31.10.2011 14:03

Hacker vs. DealerAnonymous erklärt Drogen-Kartell den Krieg

Mexikanische Drogendealer haben ein Mitglied von Anonymous entführt. Das Hacker-Kollektiv reagierte prompt und droht, Namen korrupter Politiker, Journalisten und Polizisten zu veröffentlichen.

von
mbu

Laut der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA ist das Drogenkartell Los Zetas die gewaltbereiteste und technologisch am weitesten entwickelte paramilitärische Gruppe in Mexiko. Schätzungen zufolge zählt die Organisation zwischen 1000 und 3000 Mitglieder (Quelle Wikipedia). Auf ihr Konto gehen Tausende von Morden. Die Gangmitglieder wurden teilweise von einer Spezialeinheit der Streitkräfte Guatemalas rekrutiert, sind bestens ausgebildet und für ihre Skrupellosigkeit berüchtigt.

Mit dieser Gruppe von Kriminellen hat sich nun das Hacker-Kollektiv Anonymous angelegt, nachdem eines ihrer Mitglieder entführt worden ist. Sie fordern in einem YouTube-Video (siehe oben) die sofortige Freilassung. Ein Mann, der sein Gesicht hinter einer Guy-Fawkes-Maske versteckt, sagt mit computerverzerrter Stimme: «Wir haben die Nase voll von all den Journalisten und den Medien von Jalapa, Cordoba und Orizabo, die immer wieder die ehrlichen Behörden mit ihrem Mist bewerfen. Wir haben die Nase voll von all den Taxifahrern und den Polizisten, die die treusten Diener dieser Arschlöcher sind.»

Erste Kostprobe gegeben

Sollten die Zetas der Forderung nicht nachkommen, will Anonymous Mitglieder und Begünstigte der kriminellen Vereinigung demaskieren. So sollen Namen, Fotos und Adressen von korrupten Journalisten, Politikern, Taxifahrern und Polizisten veröffentlicht werden, die mit dem Drogenkartell in Verbindung stehen. «Wir können uns nicht mit Waffen verteidigen, aber mit ihren Autos, Häusern, Bars, Bordellen und allem anderem, das sie besitzen», sagt der Anonymous-Sprecher.

Dass sie es durchaus ernst meinen, hat nun der mexikanische Politiker Gustavo Rosario Torres zu spüren bekommen. Anonymous drang in die Website des ehemaligen Obersten Staatsanwaltes des mexikanischen Bundesstaats Tabasco ein und hinterliess eine eindeutige Nachricht: «Gustavo Rosario ist ein Zeta.»

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