«Operation Blitzkrieg»: Anonymous' Feldzug gegen Nazis
Aktualisiert

«Operation Blitzkrieg»Anonymous' Feldzug gegen Nazis

Das Hacker-Kollektiv verschärft den Kampf gegen die rechte Szene. Auf dem Enthüllungsportal nazi-leaks.net werden Rechtsextreme an den Pranger gestellt.

von
owi

Das offizielle «Operation-Blitzkrieg»-Video: Anonymous erklärt, warum die Hacker Nazi-Seiten attackieren.

Mitglieder der Netz-Aktivisten Anonymous nehmen die rechtsextreme Szene ins Visier: Über die neue Enthüllungsplattform nazi-leaks.net werden brisante Informationen aus dem Umfeld von Neonazis veröffentlicht. Die primären Angriffsziele der Hacker sind offenbar die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) sowie rechtsextreme Online-Shops. Das Portal ist laut den unbekannten Betreibern Teil der seit Monaten laufenden «Operation Blitzkrieg», bei der Anonymous-Hacker die Webseiten fremdenfeindlicher Organisationen attackieren (20 Minuten Online berichtete).

Bereits Ende 2011 tauchte eine Liste mit mutmasslichen Gönnern der NPD auf der Enthüllungsplattform nazi-leaks.net auf. Darunter befinden sich auch Namen von Schweizern. Derzeit sind zudem interne E-Mails der NPD einsehbar, in denen Parteimitglieder über die Kommunikations-Strategie diskutieren.

Einige der aktuell veröffentlichten Daten stammen anscheinend von einem Hacker-Angriff, der Ende Dezember am Rande des Jahreskongresses des Chaos Computer Clubs in Berlin stattfand. Im Visier der jüngsten Hacker-Attacken waren nicht nur rechte Organisationen, sondern auch Webseiten der katholischen Kirche, wie das Tech-Portal heise.de berichtete.

Authentizität der Daten ist unklar

Die deutsche Nachrichtenagentur DPA konnte die Echtheit der publizierten NPD-Daten nicht überprüfen. Bei der NPD heisst es, man prüfe die Situation und werde wahrscheinlich Anzeige erstatten. Alles, was mit Hacking zu tun habe, betrachte man als kriminell. Eine Drohung, die die Hacker kaltlässt. Auf ihrem Twitter-Account verhöhnen sie die Rechtsextremen: «NPD, ihr wollt uns verklagen? Anzeige gegen Anonym? Macht euch nicht lächerlich!»

Die Enthüllungsplattform Nazi-leaks.net ist ein Blog, über den Nutzer per E-Mail Informationen einsenden können. Anscheinend sind aber nicht alle derzeit veröffentlichten Daten aktuell. Die rechtsgerichtete Zeitschrift «Junge Freiheit» erklärte, die Liste mit Kontakten der Redaktion sei bereits im Juli des vergangenen Jahres publiziert worden. Darüber hinaus figurierten unter den genannten Kontakten nicht nur Redakteure, sondern teils auch Interview-Partner. Das Beispiel offenbart den Schwachpunkt von Whistleblower-Portalen: Wenn die anonym eingeschickten Informationen nicht richtig geprüft werden, geraten eventuell völlig unbeteiligte Personen ins Fadenkreuz.

Anonymous schiesst Neonazi-Seiten ab

Feststeht: Für die rechtsextreme Szene könnten die nächsten Tage höchst ungemütlich werden: «Nazis, macht euch auf spannende Leaks in den nächsten Tagen und Wochen bereit», droht ein Aktivist auf dem Twitter-Account der «Operation Blitzkrieg».

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