Aktion «Tinfoil» - Anonymous-Hacker kapern Websites von Corona-Leugner Attila Hildmann
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Aktion «Tinfoil»Anonymous-Hacker kapern Websites von Corona-Leugner Attila Hildmann

Das Hacker-Kollektiv Anonymus hat die Kontrolle über fast alle Kanäle des rechtsextremen Corona-Leugners Attila Hildmann übernommen. Nun wollen sie dabei erbeutetes, teils geheimes Material veröffentlichen.

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Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat Attila Hildmanns Website und Social-Media-Kanäle gekidnappt.

Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat Attila Hildmanns Website und Social-Media-Kanäle gekidnappt.

Anonymous via Attila Hildmann
Die Aktion wurde «Operation Tinfoil» (Alufolie) gelabelt.

Die Aktion wurde «Operation Tinfoil» (Alufolie) gelabelt.

Anonymous via Attila Hildmann
Hildmann selbst, ist derzeit auf der Flucht vor der deutschen Justiz in der Türkei: Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Hildmann selbst, ist derzeit auf der Flucht vor der deutschen Justiz in der Türkei: Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

DPA

Darum gehts

  • Hacker von Anonymous haben alle Kanäle des rechtsextremen Corona-Leugners Attila Hildmann übernommen.

  • In einem Bekennervideo erklären sie, warum und wie sie dies getan haben.

  • Nun wollen die Hacker sensible Daten von und über Hildmann veröffentlichen.

Das Hackerkollektiv Anonymous hat nach eigenen Angaben in der Aktion «Tinfoil» (Alufolie) Websites und Telegram-Kanäle, des für seine Verschwörungstheorien bekannten Kochs Attila Hildmann gekapert und vom Netz genommen. Wer am Montag eine Seite Hildmanns aufrief, gelangte zu einem deutschen Video und Transkript der Gruppe. Darin erklärte diese, dass sie ausserdem Zugang zu E-Mails, Kontakten, Notizen und persönlichen Daten von Followern und Followerinnen des rechtsextremen Aktivisten habe.

Die Hacker erhielten nach eigenen Angaben für ihre Aktion Hilfe von einem IT-Experten und früheren Helfer Hildmanns namens «Kai», der seinen Zugriff auf Hildmanns Kanäle nutzte, um diese zu übernehmen, wie der «Spiegel» berichtet. Man habe nun die alleinigen Administratorenrechte, gaben die Hacker an, und Hildmann habe keine Möglichkeit, diese zurückzubekommen. Damit hat er auch die wichtigsten Kontakte zu seinen noch 70’000 Followern und Followerinnen weitgehend verloren.

Daten von etlichen Sexworkerinnen gefunden

In einem Video, das die Hacker auf Hildmanns Website posteten, sagt ein elektronisches Antlitz der Anonymous-Symbolfigur: «Attila, wir haben dir keinen Honig um den Mund geschmiert, sondern Bienen in den Rachen geworfen, und im Gegenzug hast du uns alles anvertraut. Deine Telegram-Kanäle und -Gruppen, deine Websites, deine E-Mails, deine Notizen, deine Kontakte, die persönlichen Daten deiner Follower und Kunden sowie vieles, vieles mehr, ohne auch nur einmal zu hinterfragen.» Wie «Watson» schreibt, sollen unter den erbeuteten Daten, nebst Details zu aktuellen und früheren Geschäftspartnern Hildmanns, unter anderem auch die Kontakte von zwei Dutzend Sexworkerinnen sein.

Das Hackerkollektiv drohte ausserdem damit, dass es in den kommenden Tagen Behörden und Presse das «wahre Gesicht» Hildmanns, den es als «weinerliches Kind» beschrieb, zeigen wolle. Sie verfügen laut der «Frankfurter Allgemeinen» über mehr als 20 Mailaccounts von Hildmann mit über 100’000 Mails. Darin soll sich auch für die Behörden brisantes Material befinden: Kai habe den Behörden Videos zugestellt, die vermutlich strafbare Handlungen Hildmanns zeigen würden, doch diese hätten jeweils nicht reagiert.

Laut «Spiegel» meldete sich Hildmann am Montagmorgen in einer Sprachmitteilung zu Wort, in der er bestätigte, dass er die Kontrolle über seine Netz-Aktivitäten verloren habe. «Alle meine Kanäle sind jetzt weg. Alle Domains hat sich die Person mit einer Lüge gekapert», sagte er.

Hildmann hatte sich vor einigen Monaten in die Türkei abgesetzt, um sich dem Zugriff der Justiz zu entziehen. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Volksverhetzung gegen ihn.

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(AFP/trx)

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