Aktualisiert 30.06.2009 12:39

NanoweltAnpfiff zur kleinsten Fussball-WM der Welt

Für dieses Fussballturnier brauchts weder das runde Leder noch einen Rasen. Schweiss fliesst am RoboCup, der Fussball-WM für Nanoroboter, höchstens neben dem Spielfeld.

Unter den ganz kleinen partizipierenden Technikwundern bleibt beim Wettkampf - im Gegensatz zu ihren grösseren Robo-Kameraden - das Motorengeräusch gänzlich aus: Im österreichischen Graz trafen sich am Montag Technik-Studenten aus Österreich, Kanada und den USA zum Fussballspiel im kleineren Rahmen. Als Fussballplatz dient ein Mikrochip, kaum breiter als ein Reiskorn, worauf mikroskopisch kleine Nano-Roboter das noch kleinere Runde ins Eckige befördern sollen. Mit stets einem Auge aufs Mikroskop gerichtet, bugsierten die Akademiker ihre winzigen Spieler mithilfe elektrischer Impulse in Richtung Ziel.

Grosser Fleiss, kleiner Preis

Noch trennen den Mikrosport buchstäblich Welten vom richtigen Fussball. Nebst fehlendem Spielrasen und ausbleibender Fanhorde messen sich die Miniroboter ausschliesslich im Penalty-Schiessen ohne Goalie - selbstredend in Nanodimension. Punkte gibts weniger fürs Toreschiessen. Dafür zählen die Beweglichkeit der milbengrossen Maschinen, die Reaktion auf Elektroimpulse und ihre Fertigkeiten, ein Objekt vor sich her zu schieben. Dem Gewinnerteam winken recht nüchterne Preise: Ansehen in Fakultätskreisen und, je nach Erfindungspotenzial, die Sicherung der Rechte an der entwickelten Mikromaschine. Trotzdem: Die Studenten spielen, als gehe es um die Wurst.

In Kinderschuhen

Noch in Kinderschuhen steckend, sollen die Nanoroboter künftig in der Medizin beispielsweise den Menschen vor chirurgischen Eingriffen verschonen. Oder in der Technik zur Herstellung kleinster elektronischer Komponenten eingesetzt werden. Heute spielen sie noch Fussball.

Organisiert hat den bis zum 5. Juli fortwährenden RoboCup das US-amerikanische Volksinstitut für Standards und Technologie (NIST). Wie NIST-Wissenschafter Craig McGray zu Protokoll gab, sei der Grundgedanke des Wettkampfs die Popularisierung der Nanotechnik und die Motivation junger Tüftler, im Nanobereich weiterhin am Ball zu bleiben.

(dga)

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