Aktualisiert 21.02.2019 17:12

Kanton Luzern

Anreize sollen zum Umsteigen motivieren

Kantonsmitarbeiter sollen das Auto stehen lassen, fordert die SP. Mit mehreren Vorstössen will sie diese zur ÖV-Benutzung motivieren. Doch dem stehen Sparmassnahmen entgegen.

von
gwa
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Verkehr in der Stadt Luzern: Immer wieder kommt es zu Überlastungen.

Verkehr in der Stadt Luzern: Immer wieder kommt es zu Überlastungen.

Keystone/Alexandra Wey
Mit mehreren Vorstössen im Kantonsrat will die SP die Stauprobleme lösen.

Mit mehreren Vorstössen im Kantonsrat will die SP die Stauprobleme lösen.

Keystone/Alexandra Wey
So wird etwa gefordert, dass der Kanton und seine ausgelagerten Betriebe Mobilitätskonzepte erarbeiten.

So wird etwa gefordert, dass der Kanton und seine ausgelagerten Betriebe Mobilitätskonzepte erarbeiten.

Keystone/Alexandra Wey

«Der Kanton und seine ausgelagerten Betriebe sollen ein Vorbild bezüglich Mobilitätsmanagement sein», findet SP-Kantonsrat Marcel Budmiger. Mit einem Postulat fordert er deshalb vom Regierungsrat, dass «für die kantonalen Verwaltungseinheiten vorbildliche Verkehrsmanagement-Konzepte» erarbeitet werden. Darunter fallen laut Budmiger etwa die Kantonsverwaltung, die Universität und die Hochschule oder auch das Luzerner Kantonsspital (Luks) und die Luzerner Psychiatrie.

Denn: «Mit einem intelligenten Mobilitätskonzept kann der Verkehrsfluss verbessert und Stauzeiten reduziert werden», schreibt Budmiger im Vorstoss. So könne auf teure Infrastrukturbauten verzichtet und Kulturland geschützt werden. Zudem könne man verhindern, dass die Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung wegen solcher Bauten leidet.

Klinik beteiligt sich an ÖV-Abos

Budmiger verweist auf die Hirslandenklinik St. Anna in Luzern: Diese hatte zusammen mit dem Verkehrsverbund Luzern (VVL), der Stadt Luzern, der VBL und der SBB ein Mobilitätskonzept erarbeitet, wie die «Luzerner Zeitung» kürzlich berichtete. Die Klinik beteiligt sich etwa an ÖV-Abos oder gibt Mitarbeitern Gutscheine für Velo-, Töff- oder Sportbekleidungsgeschäfte.

Das Resultat: Vor vier Jahren kam noch fast die Hälfte der Mitarbeiter mit dem Auto – inzwischen ist es noch knapp ein Viertel. Zuvor habe es immer wieder Beschwerden gegeben, weil das Parkhaus bei der Klinik überlastet war: Sowohl Patienten als auch Mitarbeiter kamen verspätet, weil sie einen freien Parkplatz suchen mussten.

Auch Private sollen mitmachen

Weil mehr Leute den Bus benutzten, hat die VBL gar den Takt der Verbindung erhöhen können. Die Mitarbeiter seien pünktlicher und die Umwelt werde geschont. Für Budmiger ist klar: «Die Kosten für verbilligte öV-Abonnemente oder vergünstigte Velos sind um ein Vielfaches kleiner, als die volkswirtschaftlichen Kosten der täglichen Staus.»

Mit weiteren Vorstössen will die SP das Thema auf verschiedenen Ebenen angehen: Kantonsrätin Melanie Setz fordert, dass der Kanton «Anreize zur Einführung von Mobilitätsmanagement-Lösungen privater Firmen» schafft. Diese sollen Mittel beantragen können, wenn sie mit dem VVL ein Mobilitätskonzept erarbeiten.

Kantonsspital hat Zustupf an ÖV-Abos gestrichen

Zudem will Kantonsrat Urban Sager von der Regierung in einem Vorstoss wissen, wie diese zur Aufhebung der Job-Abos beim Luzerner Kantonsspital steht. Dieses hatte die vergünstigten ÖV-Abos für Mitarbeiter laut «LZ» vor kurzem aus Spargründen gestrichen. Diese waren jedoch auch Teil eines Mobilitätskonzepts – und die Einhaltung dieses Konzepts war eine Bedingung dafür, dass das Luks eine Bewilligung für ein Mitarbeiter-Parkhaus mit 600 Plätzen erhielt.

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