10.11.2020 04:57

Erbitterter Konkurrenzkampf?Sabotage von Erntemaschinen gefährdet Leben von Bauer und Kind

Gleich zweimal wurde Lohnunternehmer Alban Wyss aus Fulenbach SO mit Metallstangen beim Maishäckseln sabotiert. Dabei kann das Metall zum tödlichen Geschoss werden. Steckt ein Mitbewerber hinter den Angriffen?

Landwirt Alban Wyss erzählt, warum die Anschläge so gefährlich sind.

Video: cho

Darum gehts

  • Gleich zweimal wurden auf die Maishäcksler von Alban Wyss Sabotageakte verübt.

  • Dabei wurden an Maispflanzen Metallstücke befestigt, welche die Erntemaschinen demolierten.

  • Auch Menschen hätten sich bei den Vandalenakten verletzen können, sagt Wyss.

  • Er glaubt, dass ein Konkurrent ihm mit den Aktionen habe schaden wollen.

Alban Wyss aus Fulenbach SO betreibt ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen: Seit über dreissig Jahren bietet er Bauern in der Region diverse Dienstleistungen an, düngt ihre Felder, drescht Weizen und Raps, presst Strohballen – und das alles «mit viel Herzblut und Freude», wie es auf der Website der Firma heisst.

Unlängst jedoch hat die Freude des 61-Jährigen an der Arbeit einen herben Dämpfer abbekommen: Gleich zweimal innert vierzehn Tagen ist er Opfer von Sabotageakten geworden. Dabei befestigte ein Unbekannter jeweils rund 4 Zentimeter dicke und 16 Zentimeter lange Metallstücke an erntereifen Maisstauden und sorgte damit für einen immensen Schaden an zwei Maishäckslern.

Das Vorgehen des Täters erachtet Wyss als besonders heimtückisch: «Er hat Metall verwendet, das die Metalldetektoren der Fahrzeuge nicht erkennen.» Um welches es sich dabei handelt, behält Wyss für sich; er will Nachahmern keine Anleitung zu Vandalismus geben. Einen Bubenstreich schliesst er bei den Anschlägen aus: «Diese Person wusste genau, welchen Schaden sie anrichtet. Das muss jemand aus dem Metier gewesen sein.» Er habe sogar schon jemand Konkretes im Verdacht. «Beweisen kann ich es aber noch nicht.»

«Gefährdung von Menschenleben»

Mitbewerber in der Region gebe es genug, Konkurrenzkampf und Preisdruck seien gross, so Wyss. Zudem habe sein Familienunternehmen vor kurzem einen zwölfreihigen und 920 PS starken Maishäcksler angeschafft. Das sei das neuste und stärkste Modell, das aktuell auf Schweizer Feldern herumkurve, erzählt der Fulenbacher nicht ohne Stolz: «Das mochte mir der Konkurrent wohl nicht gönnen.» Allein im ersten Fall betrage der Schaden rund 120’000 Franken.

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Dieses Metallstück fand sich in einem der Maisfelder, die Alban Wyss bewirtschaftet.

Dieses Metallstück fand sich in einem der Maisfelder, die Alban Wyss bewirtschaftet.

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Es ist rund 4 Zentimeter dick und 16 Zentimeter lang. 

Es ist rund 4 Zentimeter dick und 16 Zentimeter lang.

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Wyss hat Anzeige erstattet. Die Aktionen hätten nicht nur seine Maschinen beschädigt, sondern auch Menschenleben gefährdet.

Wyss hat Anzeige erstattet. Die Aktionen hätten nicht nur seine Maschinen beschädigt, sondern auch Menschenleben gefährdet.

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Mit seinen Aktionen habe der Vandale nicht nur Fahrzeuge beschädigt, sondern auch Menschenleben gefährdet, sagt Wyss. Die Messertrommel des Häckslers, die sich schräg unterhalb der Führerkabine befindet, rotiert mit weit über tausend Umdrehungen pro Minute. «Wenns blöd läuft, wird das Metallteil nach oben geschleudert, durchschlägt die Führerkabine und verletzt jemanden.»

Das ungute Gefühl fährt mit

Dieser Jemand hätte Niklaus Thurner sein können. Der Angestellte von Alban Wyss sass beide Male in der Führerkabine, als der Häcksler auf das Metall traf. «So etwas habe ich noch nie erlebt. Plötzlich hat es geklöpft und die ganze 20-Tonnen-Maschine wurde durchgeschüttelt – dann wurde es still», schildert der Landwirt die Szenen. Er hoffe sehr, dass der Übeltäter gefasst werde. «Sonst fahre ich nächste Saison mit einem sehr unguten Gefühl durch die Maisfelder.» Besonders heikel: Bei den Vorfällen fuhren jeweils auch Kinder mit.

Alban Wyss hat mittlerweile Anzeige bei der Solothurner Kantonspolizei erstattet. Diese hat Ermittlungen aufgenommen und sucht in diesem Zusammenhang Zeugen. Laut Wyss will der Generalimporteur der beschädigten Maishäcksler zudem ein Preisgeld für Hinweise auf die Täterschaft aussetzen. Das Unternehmen machte den Fall auch auf Facebook öffentlich.

Bist du oder jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

(sul)

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