Aktualisiert 27.09.2016 12:46

Dresden

Anschläge auf Moschee und Kongressgebäude

In Dresden sind vor einer Moschee und einem internationalen Kongressgebäude zwei Anschläge verübt worden. Am Tatort wurden Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes gefunden.

von
pat
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Bombenanschlag in Dresden: Eine Frau vor dem Eingang der Fatih Camii Moschee, wo Russspuren von dem Anschlag zeugen (26. September 2016).

Bombenanschlag in Dresden: Eine Frau vor dem Eingang der Fatih Camii Moschee, wo Russspuren von dem Anschlag zeugen (26. September 2016).

AFP
Der zweite Sprengstoffanschlag galt dem Internationalen Congress Center.

Der zweite Sprengstoffanschlag galt dem Internationalen Congress Center.

kein Anbieter/Google Street View
Personen seien nicht verletzt worden, teilte die sächsische Polizei zu den Vorfällen mit, die sich am Montagabend ereignet hatten.

Personen seien nicht verletzt worden, teilte die sächsische Polizei zu den Vorfällen mit, die sich am Montagabend ereignet hatten.

AFP

«Auch wenn uns bislang kein Bekennerschreiben vorliegt, müssen wir von einem fremdenfeindlichen Motiv ausgehen», teilte die Polizei in Dresden mit.

Am Montagabend um 21.53 Uhr war die Polizei zunächst nach einer Explosion an einer Moschee alarmiert worden. Zum Zeitpunkt der Detonation befanden sich der Imam mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in dem Gebäude. Alle blieben unverletzt. Durch die Druckwelle wurde jedoch die Eingangstür nach innen gedrückt, im Haus entstanden ausserdem Verrussungen. Ermittler entdeckten am Tatort Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes.

Kurz darauf, um 22.19 Uhr, gab es eine weitere Explosion am Internationalen Congress Center Dresden in der Nähe des Landtags. Auch dort fand die Polizei auf der Freiterrasse Reste eines selbstgebauten Sprengsatzes. Durch die Detonation zersplitterte die Seite eines Glasquaders. Die Gäste mussten wegen der Spurensicherung die Hotelbar verlassen. Zugleich forderte die Polizei alle Gäste, die ein Zimmer mit Blick in Richtung Terrasse bewohnten, auf, sich nicht am Fenster aufzuhalten.

Verbindung zu Feierlichkeiten am Wochenende

«Beide Anschläge stehen zeitlich im Zusammenhang», erklärte der Polizeipräsident. Neben fremdenfeindlichen Motiven sieht die Polizei demnach auch eine Verbindung zu den zentralen Feierlichkeiten anlässlich des Tags der deutschen Einheit am kommenden Wochenende in Dresden.

Nach den Anschlägen werden die beiden Dresdener Moscheen von der Polizei bewacht. Ein islamisches Zentrum werde zusätzlich intensiv bestreift. Die Polizei befinde sich ab sofort «im Krisenmodus», erklärte Kretschmar. In einem ersten Schritt sollen nun weitere Objekte hinsichtlich ihrer Gefährdung neu bewertet und gegebenenfalls weitere Schutzmassnahmen getroffen werden.

Insgesamt waren in der Nacht mehr als 50 Polizeibeamte im Einsatz, darunter die Tatortgruppe des Landeskriminalamts Sachsen, zivile Fahnder und Ermittler des operativen Abwehrzentrums der sächsischen Polizei. Die weiteren Ermittlungen übernahm das für extremistische Straftaten zuständige operative Abwehrzentrum.

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