30.07.2020 16:07

Zürich

Anschlag gegen Masken-Millionäre

In einer Zürcher Villa haben Unbekannte ein Feuer gelegt. Der Anschlag richtete sich gegen die Jungunternehmer, die mit dem Verkauf von Masken mutmasslich Millionäre geworden sind. Allerdings: Die Täter haben sich in der Adresse geirrt.

von
Reto Heimann
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Unbekannte zündeten einen Reifen und einen Benzinkanister an der Kantstrasse in Zürich an.

Unbekannte zündeten einen Reifen und einen Benzinkanister an der Kantstrasse in Zürich an.

Bekennerschreiben
Der Anschlag richtete sich gegen zwei Jungunternehmer, die ihr Geld mit dem Import von Schutzmasken verdienen.

Der Anschlag richtete sich gegen zwei Jungunternehmer, die ihr Geld mit dem Import von Schutzmasken verdienen.

Google Maps
Die beiden Jungunternehmer sind SVP-nah, hier im Bild mit Christoph Blocher.

Die beiden Jungunternehmer sind SVP-nah, hier im Bild mit Christoph Blocher.

Darum gehts

  • Unbekannte haben an der Kantstrasse in der Stadt Zürich einen Brand gelegt.
  • Der Anschlag richtete sich gegen zwei Jungunternehmer, die mit dem Verkauf von Schutzmasken ein Vermögen machten.
  • Allerdings befindet sich ihr Firmensitz seit April nicht mehr an der Kantstrasse, sondern in Zug.
  • Gemäss Polizei entstand kein beträchtlicher Schaden.

Unbekannte haben an der Zürcher Kantstrasse einen Brand gelegt. Dazu zündeten sie einen Benzinkanister und zwei Autoreifen an. Beides ist auf einem Foto eines Bekennerschreibens zu sehen.

Der Angriff galt der Emix Trading GmbH, wie die Täter im Bekennerschreiben weiter schreiben. Diese hat sich in den letzten Monaten auf den Import von Schutzmasken aus China spezialisiert. Mutmasslich sollen die beiden Jungunternehmer, denen die Firma gehört, mit diesem Geschäft zu Multimillionären geworden sein.

Verbindungen zur SVP

Von den Erlösen aus dem Maskengeschäft sollen sich beide je ein Bentley à 250’000 Franken sowie einen Ferrari im Wert von 2.5 Millionen Franken geleistet haben. Das berichtet «insideparadeplatz.ch»

Wie 20 Minuten berichtete, sind beide Jungunternehmer Mitglieder der SVP. Bis im März diesen Jahres engagierten sie sich zudem aktiv in der Zürcher Sektion Jungen SVP. Aufgrund des brummenden Geschäfts hätten beide aber entschieden, künftig kürzer zu treten, erklärte die Junge SVP auf Anfrage.

Gegen dieses Geschäft richtet sich nun auch der Anschlag. Die Täter schreiben, dass die zwei Jungunternehmer das Leid vieler Menschen «schamlos ausgenutzt» hätten, indem sie die Masken zu völlig überteuerten Preisen verkauft hätten.

Allerdings: Die Emix Trading GmbH hat ihren Sitz gar nicht mehr an der Kantstrasse. Seit April befindet sich die Adresse in Zug. Die Stadtpolizei Zürich bestätigt den Anschlag gegenüber «Blick». Die Ermittlungen würden laufen: «Der Schaden ist nicht beträchtlich», sagt Marc Surber, Sprecher der Stadtpolizei.

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Die Jungunternehmer importierten Masken und verkauften sie unter anderem in der Schweiz und Deutschland. (Symbolbild)

Die Jungunternehmer importierten Masken und verkauften sie unter anderem in der Schweiz und Deutschland. (Symbolbild)

KEYSTONE
Als Belohnung gab es nicht nur einen Bentley,.. (Symbolbild)

Als Belohnung gab es nicht nur einen Bentley,.. (Symbolbild)

KEYSTONE
…sondern gleich zwei. (Symbolbild)

…sondern gleich zwei. (Symbolbild)

KEYSTONE

Die Maskenmillionäre

Für die meisten Unternehmer bedeutete die Corona-Krise Verluste. Nicht so für zwei Jungunternehmer (22 und 23), die mit ihrer Parallelimport-Firma ins Geschäft mit Schutzmaterialien einstiegen. Die Kumpel, ein Ex-Wirtschaftsgymnasiast und ein Ex-KV-Lehrling, besorgten mit weiteren Partnern über ihre Firma Emix Trading unter anderem Masken für die Schweizer Armeeapotheke und das Bayerische Gesundheitsministerium. Alleine dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege lieferten die Jungunternehmer 1 Million Schutzmasken für knapp 9 Millionen Euro. Dazu 332’568 Schutzanzüge für rund 6 Millionen Euro. An die Schweizer Armeeapotheke gingen 10 Millionen Hygienemasken und 500’000 FFP2-Masken.

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155 Kommentare
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Lo Go

31.07.2020, 12:46

Die überteuerten Masken hat ja irgend jemand bezahlt. Oh, war das etwa der Steuerzahler, für den sich die SVPler doch immer so einsetzen?

Anja

31.07.2020, 09:23

Linke Gewalt ist ein grosses Problem! Leider wird da nicht so intensiv nach den Tätern gefandet, wie das bei Rechts gemacht wird. Die Linken erlauben sich alles, aber fordern selber Toleranz! Hut ab vor den beiden Unternehmern!

GönnDir

31.07.2020, 08:18

Also ich spüre hier Neid. hätten die beiden das nicht gemacht dann jemand anderst. Sie waren hald schneller!! Geschäft ist Geschäft dabei gehts nicht um das ausnützen einer Situation. Wenn das Öl knapp wird wirds auch teuerer da sagt auch niemand was also gönnt es den Jungs.