Aktualisiert 18.05.2008 20:59

Anschlag in Pakistan fordert 13 Tote

Die pakistanische Armee hat sich am Sonntag bereit erklärt, das Kerngebiet der Stammesregion im Nordwesten des Landes zu verlassen, wenn es ein Friedensabkommen mit den Taliban gebe.

Ein vollständiger Abzug aus der Region, die weitgehend von Stämmen und islamistischen Untergrundkämpfern beherrscht wird, komme allerdings nicht in Frage, sagte General Tariq Khan bei einer Pressereise in das umkämpfte Gebiet.

Khan kommandiert die Truppen, die seit Januar in der Provinz Süd-Waziristan gegen die dort vermuteten Hochburgen der pakistanischen Taliban vorgehen. Seit einigen Wochen verhandelt die neue Regierung mit den Islamisten.

Taliban angeblich vertrieben

«Wir haben die Zone von allen Terroristen gesäubert», sagte Armeesprecher Athar Abbas vor Journalisten, die in das Dorf Spinkai im Herzen des Taliban-Gebietes eingeladen worden waren. Trainingslager seien aufgelöst worden und es gebe keine Waffe mehr in dem Gebiet.

Eine Überprüfung dieser Angaben von unabhängiger Seite war nicht möglich. Die Offensive im Januar hatte wenige Tage gedauert; Abbas räumte ein, die meisten Taliban aus Spinkai hätten sich in den Norden gerettet, wo die Armee sie wegen der Zivilbevölkerung nicht verfolgen könne.

Die neue pakistanische Regierung verhandelt seit Wochen mit Vertretern der pakistanischen Taliban, ohne dabei bisher konkrete Fortschritte erzielt zu haben. Die USA sehen diese Annäherung mit Unwillen, da sie die Nordwestregion als Unterschlupf für die afghanischen Taliban und das terroristische Netzwerk Al Kaida betrachten.

13 Tote bei Attentat

In der nordwestlichen Stadt Mardan sprengte sich am Sonntag ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss mindestens 13 Menschen in den Tod. Der Angreifer habe sich vor einem Ausbildungslager der Armee in die Luft gesprengt, hiess es nach Behördenangaben. Vier der Getöteten waren Soldaten. 16 weitere Menschen wurden verletzt, sechs davon schwer. (sda)

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