Irak: Anschlagsserie erschüttert Bagdad
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IrakAnschlagsserie erschüttert Bagdad

In Bagdad sind mindestens sechs Bomben detoniert. Sie haben dutzende Menschen in den Tod gerissen.

Dutzende Menschen sterben bei einer Serie von Bombenanschlägen in Bagdad.

Dutzende Menschen sterben bei einer Serie von Bombenanschlägen in Bagdad.

In Bagdad sind bei mehreren Bombenanschlägen auf schiitische Einrichtungen mindestens 56 Menschen getötet worden. Insgesamt sieben Explosionen erschütterten verschiedene Viertel in der irakischen Hauptstadt zur Zeit des Freitagsgebets.

Die meisten Attacken ereigneten sich laut einem Mitarbeiter des Innenministeriums in der Nähe von Moscheen und einem Marktplatz. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte von Bagdad vermutete hinter der Tat einen Racheakt des Extremistennetzwerks Al-Kaida, nachdem am Sonntag dessen Irak-Chef getötet worden war.

Die Aufständischen hätten Betende der schiitischen Mehrheit im Irak ins Visier genommen. «Wir rechnen damit, dass solche terroristischen Angriffe anhalten werden.»

Mindestens 21 Menschen starben bei der Detonation von drei Sprengsätzen im Viertel Sadr City, das vornehmlich von Schiiten bewohnt wird. Bei einem weiteren Anschlag nahe einer Moschee im Südosten der Stadt kamen mindestens elf Menschen ums Leben. Zuvor wurden drei Menschen nach Polizeiangaben durch die Explosion einer Autobombe im Nordwesten Bagdads getötet.

Zudem starben acht Menschen bei Bombenanschlägen in der westlichen Unruheprovinz Anbar, die als Rückzugsgebiet der Al-Kaida gilt. In der Stadt Chalidija starben sieben Mitglieder einer Familie, als Aufständische mehrere Bomben gleichzeitig zündeten. Ein Polizist wurde bei dem Versuch getötet, zwei weitere Sprengsätze zu entschärfen. In der Provinz Anbar leben vornehmlich Sunniten.

Verschiedene Einsätze gegen Aufständische

Von irakischen Sicherheitskräften verlautete bereits vor der Anschlagsserie, dass mit Rache-Aktionen von Al-Kaida zu rechnen sei. Abu Ajjub al-Masri, Chef der Al-Kaida im Irak, war irakischen Angaben zufolge vom Geheimdienst getötet worden.

Auch der mutmassliche Chef der verbündeten Extremistengruppe Islamischer Staat Irak, Abu Omar al-Baghdadi, sei bei dem Einsatz ums Leben gekommen. US-Soldaten seien an der Aktion beteiligt gewesen. Zudem wurden den Angaben zufolge bei mehreren Einsätzen mehr als 300 mutmassliche Al-Kaida-Angehörige festgenommen und 19 getötet.

Aufflammen der Gewalt

Die Gewalt im Irak ist in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen. Die Spannungen im Land hatten aber zugenommen, nachdem aus den Parlamentswahlen Anfang März kein klarer Sieger hervorgegangen war.

Der schiitische Ministerpräsident Nuri Al-Maliki führt derzeit Koalitionsgespräche, um sein Amt behalten zu können. Die Gespräche könnten sich über Wochen oder Monate hinziehen. (sda)

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