Welle der Gewalt: Anschlagsserie erschüttert den Irak
Aktualisiert

Welle der GewaltAnschlagsserie erschüttert den Irak

Eine Anschlagsserie fordert im Irak mindestens 69 Menschenleben. In Bagdad explodierten die Bomben vor allem in schiitischen Vierteln. Die Angst vor einem Bürgerkrieg wächst.

Im Irak sind die Feiertage zum Ende des Fastenmonats Ramadan von einer blutigen Anschlagsserie überschattet worden. Landesweit kamen am Samstag bei Bombenexplosionen mindestens 69 Menschen ums Leben. Weit mehr als Hundert wurden teils schwer verletzt.

Die Sprengsätze explodierten vor allem in Cafés, Restaurants und auf belebten Marktplätzen, wie die Polizei und Klinikmitarbeiter berichteten. Die meisten Opfer waren in der Hauptstadt Bagdad zu beklagen, wo innerhalb einer Stunde mehr als zehn Autobomben explodierten, zumeist in von Schiiten bewohnten Vierteln.

Einer der folgenschwersten Bombenanschläge ereignete sich laut Polizei in der Stadt Tus Chormato, wo ein Selbstmordattentäter eine Autobombe in einem Wohngebiet zündete. Dabei kamen acht Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden teils schwer verletzt.

Kommt bald der offene Bürgerkrieg?

Kurz vor Sonnenuntergang ging zudem nahe einem Marktplatz in Dschisr Dijala, einem südöstlichen Vorort Bagdads, eine Bombe hoch. Dort starben laut Polizei sieben Menschen, 20 weitere wurden verletzt.

Weitere Anschläge mit mehreren Toten und Dutzenden Verletzten gab es in Bagdad unter anderem in den Stadtteilen Schaab, Husseinija, Dora, Baijaa sowie in Amil, Abu Daschir und Neu-Bagdad.

Von Januar bis Ende Juli sind laut UN landesweit insgesamt 4137 Zivilisten getötet worden, die meisten in Bagdad. Zudem gab es 9865 Verletzte. Und allein während des Fastenmonats Ramadan sind gut 670 Menschen der eskalierenden Gewaltwelle im Irak zum Opfer gefallen. Hintergrund ist der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten, die im Irak die Regierung dominieren. Die sunnitische Terrororganisation Al-Kaida hat sich zu vielen der Anschläge bekannt. Inzwischen wächst die Sorge vor einem offenen Bürgerkrieg. (sda)

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