Zürcher Startup - «Anstatt Abfall zu produzieren, schaffen wir neue Kleidung»
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Zürcher Startup «Anstatt Abfall zu produzieren, schaffen wir neue Kleidung»

Der Zürcher Christian Gschwend will gegen die Schnelllebigkeit in der Modebranche vorgehen und lässt recycelbare T-Shirts in Portugal produzieren.

von
Monira Djurdjevic
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Ein Zürcher Startup schenkt alten T-Shirts neues Leben. «Anstatt Abfall zu produzieren, schaffen wir neue Kleidung», sagt Gründer Christian Gschwend.

Ein Zürcher Startup schenkt alten T-Shirts neues Leben. «Anstatt Abfall zu produzieren, schaffen wir neue Kleidung», sagt Gründer Christian Gschwend.

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Die Produkte lässt der 31-Jährige in einer mit erneuerbarer Energie betriebenen Fabrik in Portugal produzieren.

Die Produkte lässt der 31-Jährige in einer mit erneuerbarer Energie betriebenen Fabrik in Portugal produzieren.

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Die erste Lieferung, die er im Dezember erhalten hat, ist bereits ausverkauft.

Die erste Lieferung, die er im Dezember erhalten hat, ist bereits ausverkauft.

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Darum gehts

Recyceln statt Wegwerfen: Ein Zürcher Startup schenkt alten T-Shirts neues Leben. «Anstatt Abfall zu produzieren, schaffen wir neue Kleidung», sagt Gründer Christian Gschwend. Das Konzept: «Sobald das T-Shirt von WYT abgetragen ist, kann man bei uns ein neues bestellen und das alte in der ursprünglichen Verpackung kostenlos an uns zurückschicken.»

Die weissen T-Shirts seien dabei von Anfang an so konzipiert, dass sie recycelt werden können und bestehen aus 50 Prozent Bio-Wolle und 50 Prozent recycelter Baumwolle. Die Produkte lässt der 31-Jährige in einer mit erneuerbarer Energie betriebenen Fabrik in Portugal produzieren. «Die Fabrik ist auf die Produktion mit nachhaltigen Rohstoffen spezialisiert und produziert hochwertige Kleidung für bekannte Marken. So kann ich gewährleisten, dass die T-Shirts qualitativ erstklassig sind.»

«Ich habe bereits 200 T-Shirts verkauft»

Die erste Lieferung, die er im Dezember erhalten hat, sei bereits ausverkauft. «Ich habe 200 T-Shirts verkauft und von vielen mega gutes Feedback erhalten. Dass meine T-Shirts so gut ankommen, freut mich wirklich sehr. Die nächsten T-Shirts befinden sich bereits in Produktion», sagt Christian.

Auf die Idee gekommen ist der 31-Jährige, weil er selbst immer weisse T-Shirts trägt. «Ich lebe sehr minimalistisch und finde es vor allem bei schlichten weissen T-Shirts schade, dass man sie, sobald sie abgenutzt sind, wegwirft.» Das weisse T-Shirt sei dabei der Anfang der Capsule Collection. «In naher Zukunft sollen nach dem selben zirkulären Konzept auch weitere Basics wie Trainer, Hosen, Socken, Homewear, Wollpullover und Jacken erhältlich sein.»

Kurzlebigkeit der Mode

Wie «Business Insider» im November berichtete, ist die Modeindustrie schätzungsweise für zehn Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich – und stösst damit laut dem Bericht mehr Schadstoffe aus als alle internationalen Flüge und Schiffe auf den Weltmeeren zusammen.

Ein wichtiger Faktor für die enorme Menge an Schadstoffen ist die Kurzlebigkeit der Mode, die in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. So landen jährlich über 85 Prozent der Textilien auf Deponien. Sichtbar wird das Problem in der chilenischen Atacama-Wüste, wo seit längerer Zeit regelmässig tonnenweise ausrangierte Kleidungsstücke und andere Textilien deponiert werden und die Umwelt verschmutzen.

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