Arbon TG: Anstatt auf ein Feuer traf man auf eine Grillparty
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Arbon TGAnstatt auf ein Feuer traf man auf eine Grillparty

In Arbon TG hat am frühen Montagmorgen eine Grillrunde zu einem Feuerwehreinsatz geführt. Solch kuriose Einsätze sind eher selten. Die allermeisten Fehlalarme werden durch Brandmeldeanlagen ausgelöst.

von
Leo Butie
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Die Feuerwehr Arbon musste am frühen Montagmorgen wegen einer Brandmeldung ausrücken.

Die Feuerwehr Arbon musste am frühen Montagmorgen wegen einer Brandmeldung ausrücken.

Feuerwehr Arbon (Nicht vom Einsatz am Montag)
Am Brandort eingetroffen, traf man nicht auf ein Feuer …

Am Brandort eingetroffen, traf man nicht auf ein Feuer …

Feuerwehr Arbon (Nicht vom Einsatz am Montag)
… sondern auf eine Runde Männer, die um ein Lagerfeuer sassen.

… sondern auf eine Runde Männer, die um ein Lagerfeuer sassen.

Feuerwehr Arbon (Nicht vom Einsatz am Montag)

Darum gehts

  • Die Feuerwehr Arbon wurde wegen eines vermeintlichen Brands aufgeboten.
  • Anstatt auf ein Feuer traf man aber auf eine Grillparty.
  • Solche Fälle sind selten.
  • Fehlalarme werden am häufigsten durch Brandmeldeanlagen ausgelöst.

Ein unerwartetes Bild bekam die Arboner Feuerwehr zu Gesicht, als diese am Montag um fünf Uhr in der Früh ausrücken musste. Eine Frau hatte der Einsatzzentrale ein Feuer gemeldet, das hinter einer Hecke an der Grabenstrasse ausgebrochen sei. Als aber die ausgerückte Feuerwehr und eine Polizeipatrouille eintrafen, wurden sie nicht von einem Grossbrand begrüsst, sondern von einer Runde Männer, die Bier trinkend um ein Grillfeuer sassen. «Ein offeriertes Bier wurde dankend abgelehnt», heisst es in einem Post der Feuerwehr Arbon auf Facebook.

Manuel Britschgi, Kommandant der Feuerwehr Arbon, nahm es gelassen. «Das Ungewöhnliche war eher, dass man morgens um fünf Uhr Bier trinkt», sagt er. Der Fall sei schnell erledigt gewesen. Konsequenzen habe das Ganze weder für die Frau, die das vermeintliche Feuer gemeldet hatte, noch für die Grillrunde.

Ob die Feuerwehr zum Einsatz kommt, bestimmt die Notrufzentrale in Frauenfeld. «Je nachdem wird ein grosser oder ein kleiner Trupp losgeschickt», erklärt Britschgi. Zu solch ungewöhnlichen Einsätzen wie bei der Grillrunde komme es selten. Er erinnert sich allerdings an einen tierischen Fall. «Es kam einmal die Meldung, dass jemand nachts in einem Schacht Tierlaute hörte», erzählt Britschgi. Man sei dieser Meldung nachgegangen, aber nach einer Stunde musste man die Suche erfolglos aufgeben.

Viele Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen

Oft stammen Fehlalarme von Brandmeldeanlagen. «Es sind meistens technische Fehlalarme», so der Kommandant. Die letzte Brandmeldung in Arbon wurde durch Schleifarbeiten in einer Tiefgarage ausgelöst, bei der kein Eingreifen der Feuerwehr nötig war. Im laufenden Jahr ist es in Arbon insgesamt zu sechs Fehlalarmen durch Brandmeldeanlagen gekommen. Hingegen mussten in diesem Jahr zehn Brände durch die Feuerwehr Arbon bekämpft werden.

Bei der Berufsfeuerwehr in St. Gallen kommt es durchschnittlich zu drei Fehlermeldungen pro Tag, die durch Brandmeldeanlagen ausgelöst werden. «Wegen einem technischen Defekt kann es zu einer Falschmeldung kommen», sagt Benno Högger, Kommandant der Berufsfeuerwehr St. Gallen. Auch wenn es eine Fehlermeldung ist, wird ausgerückt. «Wir rücken in jedem Fall aus, damit wir uns vor Ort vergewissern können», so Högger. «Es reicht nicht, wenn jemand anruft und sagt, man müsse wegen einer Fehlermeldung nicht kommen», erklärt Högger. Denn es könnte sein, dass ein Brandstifter so die Feuerwehr stoppen möchte.

Schwein löste Feuerwehreinsatz aus

Einen speziellen Fall gab es im Ausland: Im Frühling dieses Jahres geriet ein englisches Dorf in die Schlagzeilen, als die Meldung publik wurde, dass ein Schwein einen Brand ausgelöst hatte. Dieses hatte einen Schrittzähler geschluckt und wieder ausgeschieden. Mit dem Schrittzähler wollte der Bauer beweisen, dass seine Schweine genügend Auslauf hätten. Im Kot des Tieres kam es zu einer chemischen Reaktion des Akkus, wodurch das umliegende Heu in Brand geriet. Feuerwehren aus der Region konnten das Feuer löschen, die Schweine blieben unversehrt.

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