17.03.2020 03:44

Firma hilft Risikogruppe

«Anstatt im Büro zu sitzen, wollen wir Leuten helfen»

Wegen der Corona-Krise hat das Start-up Combinvest weniger Aufträge. Deswegen helfen die rund 130 Mitarbeiter nun Personen aus der Risikogruppe, die Hilfe benötigen.

von
rc
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Anstatt ihre Mitarbeiter im Büro auf Aufträge warten zu lassen, will die Firma Combinvest der Bevölkerung helfen.

Anstatt ihre Mitarbeiter im Büro auf Aufträge warten zu lassen, will die Firma Combinvest der Bevölkerung helfen.

Highwaystarz/Symbolbild
«Da der Virus vor allem die älteren und bereits kranken Menschen aus der Gesellschaft trifft, hat sich unser Team dazu entschieden, Betroffene zu unterstützen», sagt Daniel Hamze (30), Geschäftsführer der Firma.

«Da der Virus vor allem die älteren und bereits kranken Menschen aus der Gesellschaft trifft, hat sich unser Team dazu entschieden, Betroffene zu unterstützen», sagt Daniel Hamze (30), Geschäftsführer der Firma.

ZVG
Die Gratis-Dienstleistungen sollen ältere und kranke Menschen entlasten. Das Unternehmen hat rund 130 Mitarbeiter, die jeweils montags, dienstags und donnerstags zu Bürozeiten aushelfen können.

Die Gratis-Dienstleistungen sollen ältere und kranke Menschen entlasten. Das Unternehmen hat rund 130 Mitarbeiter, die jeweils montags, dienstags und donnerstags zu Bürozeiten aushelfen können.

Keystone/Christian Beutler/Symbolbild

Das Coronavirus hat für hunderte Unternehmen drastische Konsequenzen. So auch für das Start-up Combinvest: «Wirtschaftlich hat uns das Coronavirus hart getroffen. Viele Kunden sagen Termine ab und haben Ängste», sagt Daniel Hamze (30), Geschäftsführer des Finanz-Unternehmens. Doch anstatt seine Mitarbeiter im Büro auf Aufträge warten zu lassen, will die Firma nun der Bevölkerung helfen: «Wir sind ein junges Team und ohnehin viel unterwegs. Deswegen stehen wir ab sofort denjenigen zur Verfügung, denen wir helfen können», so Hamze.

Die Mitarbeiter des Unternehmens können beispielsweise Einkäufe erledigen, Medikamente abholen oder eine ältere oder kranke Person von A nach B bringen, damit diese nicht mit dem öffentlichen Verkehrsmittel reisen muss. «Da der Virus vor allem die älteren und bereits kranken Menschen aus der Gesellschaft trifft, hat sich unser Team dazu entschieden, diese zu unterstützen», sagt der Geschäftsführer. Das Unternehmen, das Coaching im Finanzsektor anbietet, hat rund 130 Mitarbeiter, die jeweils montags, dienstags und donnerstags zu Bürozeiten aushelfen können.

Bereits Anfragen erhalten

Die Gratis-Dienstleistungen richten sich an Personen aus den Regionen Bern, Biel, Burgdorf, Solothurn und Olten. Aber auch in Zürich, Luzern, Aarau, Zug und Buchs SG hat das Unternehmen Mitarbeiter, die in der Not helfen können.

Die Aktion läuft seit Montag: «Wir haben schon einige Anfragen erhalten. Dennoch sind wir noch lange nicht ausgelastet», so der Geschäftsführer. Im Moment ginge es bei den meisten Anfragen um Einkäufe, welche die Mitarbeiter erledigen könnten. Personen, welche die Hilfe beanspruchen möchten, können sich per Telefon oder E-Mail bei Combinvest melden: info@combinvest.ch

Ungewisse Zukunft

Das Unternehmen will diese Dienstleitungen so lange anbieten, wie es geht. «Solange wir helfen dürfen, werden wir helfen», sagt Hamze. Dies gelte auch im Falle eines Lockdowns. Auch das junge Unternehmen musste wegen den verschärften Massnahmen umdenken: «Wir führen Kundengespräche neu per Video-Chat und sind gewappnet, falls wir demnächst auf Homeoffice umstellen müssen», so der Geschäftsführer.

Im Moment erhalten die Mitarbeiter von Combinvest ihren gewohnten Lohn. Wie lange das Start-up diesen noch stemmen kann, beschäftigt den Geschäftsführer: «Die aktuelle Situation bereitet uns Sorgen», sagt Daniel Hamze. Das Unternehmen wolle Arbeitsplätze sichern. Dennoch will das Start-up auch an die Menschlichkeit appellieren: «Gerade in düsteren Zeiten wollen wir Werte wie Loyalität und Solidarität hochhalten.»

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