Superjackpot: Ansturm auf die Euromillions
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SuperjackpotAnsturm auf die Euromillions

Geldfieber in der Schweiz: Der grösste Jackpot seit über sieben Monaten winkt derzeit dem Gewinner bei Euromillions. Jetzt wartet ein heisser Nachmittag - denn 70 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer stürmen am Freitag nach 12 Uhr die Kioske.

von
Annette Hirschberg

Nicht einfach ein paar Millionen, nein, gleich 185 sind derzeit im Jackpot von Euromillions. Das sind 46 000 mit Goldmünzen gefüllte Eimer. Die eigene Insel auf den Bahamas, einen Privatjet und eine feudale Villa könnte man sich damit locker kaufen. Ein Leben im Luxus wäre garantiert - und ein Platz auf der «Bilanz»-Liste der Reichen. Nur ein Traum oder vielleicht schon bald Wirklichkeit?

850 000 Scheine in der Schweiz

Klar ist: Die Träume vom grossen Gewinn machen vor allem Swisslos glücklich. Nie haben die Lottostellen so hohe Beteiligungen wie jetzt. «Heute werden die Leute vielerorts Schlange stehen», sagt Mediensprecher Willy Mesmer. Denn Euromillions spielt über die Hälfte am letzten Spieltag, dem Freitag. Und: Über 70 Prozent gehen erst ab zwölf Uhr an die Annahmestellen. Letzte Woche, als 149 Millionen im Euromillions-Jackpot lagen, wurden in der Schweiz 750 000 Scheine gespielt. Diese Woche rechnet Mesmer mit 820 000 bis 850 000 Scheinen. Gespielt werden kann noch bis heute Abend um 18.45 Uhr.

Rekord liegt bei 288 Millionen

Die 185 Millionen haben sich angesammelt, weil schon achtmal hintereinander niemand die fünf richtigen Zahlen und zwei richtigen Sterne getippt hat. Erst zum fünften Mal, seit Swiss Lotto bei Euromillions dabei ist, wurde der Jackpot so lange nicht geleert. Um den bisher höchsten Betrag, der je bei Euromillions im Jackpot lag, wurde aber am 17. November 2006 gespielt. Damals ging es um satte 288 Millionen Schweizer Franken. 12 Wochen ohne fünf richtige Zahlen und zwei richtige Sterne brauchte es, um den Jackpot derart überquellen zu lassen.

Grösster Glückspilz: Ein Portugiese aus dem Wallis

Zwei Gewinner aus zwei Ländern teilten sich den Jackpot damals. Keiner war aus der Schweiz. Doch auch Schweizer haben schon den Jackpot geleert. Am meisten hat ein im Wallis lebender Portugiese eingesackt. Er gewann bei Euromillions 99 Millionen Franken. Drei weitere Personen aus der Schweiz durften sich ebenfalls über grosse Summen freuen. Sie sackten 53, 45 und 18 Millionen Franken ein. Insgesamt haben neun Schweizerinnen und Schweizer bei Euromillions mehr als 10 Millionen Franken gewonnen.

Obergrenze bei 185 Millionen Euro

Doch der grosse Gewinn könnte heute auch ausbleiben, wenn auf keinem Schein aller teilnehmenden Länder die richtigen Zahlen und Sterne angekreuzt werden. Der Jackpot würde entsprechend weiter wachsen. Bei 185 Millionen Euro oder etwa 280 Millionen Schweizer Franken ist aber Schluss: Tippt dann keiner richtig, wird das Geld an die unteren Gewinnränge ausgeschüttet. «Bis es soweit ist, müsste es aber noch drei- bis viermal eine Null-Runde geben», sagt Willy Mesmer.

Fast die Hälfte bekommt der Staat

In der Schweiz gelten Lotteriegewinne als Einkommen. Wer gewinnt, dem werden 35 Prozent Verrechnungssteuer direkt abgezogen. Gibt der Gewinner die Millionen in der Steuererklärung an, erhält er die Verrechnungssteuer wieder zurück. Doch je nach Kanton und Gemeinde muss danach noch auf deutlich mehr verzichten werden. «Zwischen 40 und 50 Prozent der 185 Millionen gehen aufgrund der Steuerprogression an den Staat», sagt Robert Huber, Mediensprecher beim Zürcher Kantonalen Steueramt. Einstreichen kann der Gewinner also schlussendlich 95 bis 110 Millionen. Wer den Gewinn in der Steuererklärung nicht angibt, muss mit hohen Straf- und Nachsteuern rechnen. «Dann bleiben statt etwa 100 nur noch wenige Millionen übrig», so Huber.

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