Aktualisiert 07.01.2016 11:16

Übergriffe in DeutschlandAntanz-Banden gehen immer aggressiver vor

Möglichst enger Körperkontakt, ein Ablenkungsmanöver, und schon ist das Portemonnaie weg. Die Polizei versucht nun mit Videos, Menschen für den Antanz-Trick zu sensibilisieren.

von
nab
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Mob von 1000 Menschen: In der Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammende Täter massive Übergriffe auf Frauen und Diebstahlsdelikte verübt. (31. Dezember 2015).

Mob von 1000 Menschen: In der Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof überwiegend aus dem nordafrikanischen Raum stammende Täter massive Übergriffe auf Frauen und Diebstahlsdelikte verübt. (31. Dezember 2015).

AFP/Markus Boehm
Auch in Hamburg kam es zu Übergriffen: Diese beiden Männer sollen in der Silvesternacht eine Frau sexuell genötigt haben.

Auch in Hamburg kam es zu Übergriffen: Diese beiden Männer sollen in der Silvesternacht eine Frau sexuell genötigt haben.

kein Anbieter/Polizei Hamburg
Die Männer sollen vom 18-jährigen Opfer erkannt worden sein.

Die Männer sollen vom 18-jährigen Opfer erkannt worden sein.

kein Anbieter/Polizei Hamburg

Zuerst rempeln, dann stehlen – spätestens seit dem Silvesterabend am Kölner Bahnhof sind sie in aller Munde: die sogenannten Antänzer, die durch engen Körperkontakt Wertsachen erbeuten. Nun will die Polizei anhand von Videos aufklären, berichtet die «Welt».

Ein junger Partygänger ist auf dem Weg in einen Club, als er plötzlich von zwei Männern angesprochen und zu einem «Fussballspiel» überredet wird. «Podolski! Los, Podolski!», ruft einer der Täter. Der Passant steigt drauf ein, spielt mit – nichts ahnend.

Irgendwann kommt es zu einem engen Körperkontakt, beide dribbeln sich gegenseitig aus und spielen mit dem improvisierten Ball. Plötzlich zieht der Täter dem Opfer das Portemonnaie aus der Hosentasche – unbemerkt und flink. Bevor der Bestohlene überhaupt realisiert, was soeben passiert ist, verschwindet der Komplize mitsamt der Beute.

Neue Dimension erreicht

Egal, ob die Täter den Passanten mit einem Ballspiel oder mit einer Umarmung überraschen, die Vorgehensweise ist immer dieselbe: Die Diebe suchen den Körperkontakt, lenken das Opfer ab und erbeuten so Handy oder Portemonnaie. Es ist einer der ältesten Tricks überhaupt – der immer noch funktioniert.

Und seit dem Vorfall in Köln und Hamburg hat der Antanz-Trick eine neue dramatische Dimension erreicht: Um an Wertgegenstände zu kommen, machten die Täter an Silvester auch nicht Halt vor massiven sexuellen Belästigungen und Übergriffen.

Dutzende Frauen erstatteten Anzeige. Die Opfer wurden gemäss eigenen Angaben heftig bedrängt, an den Brüsten und im Intimbereich betatscht. Als das Horror-Szenario überstanden schien, merkten viele der Opfer, dass sie bestohlen worden waren. Die Täter sollen hauptsächlich aus Nordafrika und dem arabischen Raum stammen. Ob es Dutzende oder Hunderte waren, wird abgeklärt. Die Polizei fahndet nach den Verdächtigen.

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