Stadt Luzern: Anteil der Velofahrer soll sich verfünffachen

Aktualisiert

Stadt LuzernAnteil der Velofahrer soll sich verfünffachen

Gerade mal zwei Prozent aller Verkehrsteilnehmer sind heute in der Stadt mit dem Velo unterwegs. Künftig sollen es zehn Prozent sein. Dafür setzt die Stadt auf Abstellplätze.

von
pz
Ein Velofahrer überquert die Seebrücke in Luzern.

Ein Velofahrer überquert die Seebrücke in Luzern.

Die Luzerner sollen vermehrt aufs Velo steigen: Mit der Mobilitätsstrategie beabsichtigt die Stadt, den Veloanteil am gesamten Verkehrsaufkommen bis 2020 von heute zwei auf vier Prozent zu verdoppeln – bis 2035 soll der Veloverkehr gar auf zehn Prozent gesteigert werden. Für den Stadtrat ist klar: «Eine Erhöhung des Veloanteils bedarf auch zusätzlicher Veloabstellplätze.» Er liess deshalb ein Veloparkierungskonzept für die Luzerner Innenstadt erstellen. Dessen Resultate werden in Bälde präsentiert.

Nico van der Heiden, Co-Präsident von Pro Velo, begrüsst die Pläne der Stadtregierung, hat aber auch Vorbehalte. Zur geplanten Verfünffachung der Velofahrer am Gesamtverkehr in den nächsten 20 Jahren sagt er: «Dieses Ziel ist sehr ambitioniert, aber nicht unrealistisch.» Er betont, dass auch die Autofahrer von dessen Erreichung profitieren könnten, weil sie dann mehr Platz hätten.

Gespannt ist van der Heiden auf die Vorschläge des Stadtrates in Sachen Veloabstellplätze: «Die Situation heute ist schlicht prekär», sagt er. «Wer morgens beim Bahnhof ein Platz findet, der kann sich glücklich schätzen.»

«Es braucht zusätzliche Velowege»

Laut van der Heiden brauche es aber mehr Massnahmen als bloss neue Veloparkplätze. «Es braucht zusätzliche Velowege, dort haben wir noch grosses Potenzial.» Eine schlechte Situation bezüglich Sicherheit herrsche beim Bahnhofplatz. «Dort enden die Velospuren abrupt.» Er wisse von vielen Velofahrern, die versuchten, diesen neuralgischen Knoten zu umfahren, doch dies sei fast unmöglich. Auch beim Pilatusplatz gebe es Stellen, die nicht ungefährlich seien.

Auch Pro Velo hilft mit, das Velofahren möglichst vielen Verkehrsteilnehmern schmackhaft zu machen: Die Organisation bietet Fahrkurse für Kinder an, damit diese selbstbewusst und sicherer durch die Strassen kurven können. Van der Heiden ist überzeugt: «Mit diesen Kursen können wir das Gefahrenpotenzial für Kinder reduzieren.»

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