Aktualisiert 13.01.2017 15:17

Fall Adeline

Anthamatten-Prozess beginnt nochmals neu

Ein Gericht hat einem Rekurs von Fabrice Anthamatten stattgegeben. Die Richter wurden wegen Befangenheit abgesetzt.

von
ij
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Die Schlüsse von Experten im Prozess: Der Angeklagte Fabrice Anthamatten hat eine gespaltene Persönlichkeit. (3. Oktober 2016)

Die Schlüsse von Experten im Prozess: Der Angeklagte Fabrice Anthamatten hat eine gespaltene Persönlichkeit. (3. Oktober 2016)

Keystone/Frederic Bott
Fabrice Anthamatten muss sich ab Montag, 3.Oktober 2016, in Genf vor Gericht verantworten.

Fabrice Anthamatten muss sich ab Montag, 3.Oktober 2016, in Genf vor Gericht verantworten.

Keystone/Frederic Bott
Er soll die 34-jährige Adeline M. im September 2013 getötet haben.

Er soll die 34-jährige Adeline M. im September 2013 getötet haben.

Keystone/Frederic Bott

Nach nur vier Tagen ist Anfang Oktober der Prozess um das Tötungsdelikt Adeline unterbrochen worden. Nun dürften die Gerichtsverhandlungen von vorne beginnen. Die Richter wurden auf Antrag der Verteidigung des Angeklagten Fabrice Anthamatten in Ausstand gesetzt.

Die Berufungskammer des Genfer Strafgerichtes hiess ein Ausstands-Begehren gegen das Gericht gut, wie eine Quelle aus der Genfer Justiz, die anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur sda angab. Damit wurde ein Bericht des Internetportals der Zeitung «Le Temps» bestätigt.

Verhandlung endete mit Eklat

Die Berufungskammer hob zudem sämtliche vorgenommenen Handlungen des Gerichts im Strafprozess auf. Als Folge müsse der Prozess erneut bei Null anfangen, wird Yann Arnold, Verteidiger des Angeklagten Fabrice Anthamatten, im Bericht der «Le Temps» zitiert.

Der Prozess hatte Anfang Oktober nach nur vier Tagen in einem Eklat geendet. Die Gerichtspräsidentin setzte die Verhandlungen aus, bis ein drittes psychiatrisches Gutachten zum Angeklagten vorliegt.

Lebenslange Verwahrung?

Grund dafür war ein umstrittenes psychiatrisches Gutachten zweier französischer Experten, die keine Prognose auf lange Sicht zum Angeklagten gemacht hatten. Die Verteidiger bezeichneten darauf das Gericht als befangen und reichten ein Ausstandsbegehren ein.

Die psychiatrischen Gutachten spielen eine wichtige Rolle bei der Beurteilung der Frage einer lebenslangen Verwahrung. Die Sozialtherapeutin Adeline war am 12. September 2013 während eines Freigangs getötet worden. Beim Täter handelt es sich um Fabrice Anthamatten, einen Häftling des auf Resozialisierung spezialisierten Zentrums «La Pâquerette». Nach der Tat flüchtete er und wurde drei Tage später an der deutsch-polnischen Grenze verhaftet. (ij/sda)

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