Aktualisiert 09.08.2014 17:44

Gay-Pride UgandaAnti-Homo-Gesetz ist noch nicht vom Tisch

Dutzende Homosexuelle gingen in Uganda für ihre Rechte auf die Strasse. Sie fürchten, dass ein im Juli gekipptes schwulenfeindliches Gesetz wieder zurück kommen könnte.

Etwa 200 Demonstrantinnen und Demonstranten haben sich in Uganda zur ersten Gay-Pride-Parade versammelt, seit ein umstrittenes Gesetz vom Obersten Gerichtshof gekippt wurde. Das Gesetz sah unter anderem lebenslange Haftstrafen für homosexuellen Sex vor.

Etwa 200 Demonstrantinnen und Demonstranten haben sich in Uganda zur ersten Gay-Pride-Parade versammelt, seit ein umstrittenes Gesetz vom Obersten Gerichtshof gekippt wurde. Das Gesetz sah unter anderem lebenslange Haftstrafen für homosexuellen Sex vor.

Dutzende ugandische Homosexuelle haben am Samstag an einem Marsch durch die Stadt Entebbe am Viktoriasee teilgenommen. Es war die erste Schwulenparade seit das Verfassungsgericht des Landes Ende Juli ein umstrittenes Anti-Schwulen-Gesetz für ungültig erklärt hatte. Organisatoren hatten mit mehr als 500 Teilnehmern gerechnet, doch nach Angaben eines Aktivisten waren weniger als 200 gekommen. Viele hätten Angst vor möglicher Gewalt gehabt, sagte Moses Kimbugwe.

Viele Teilnehmer der Parade durch die botanischen Gärten der Stadt trugen Masken, weil sie offenbar aus Furcht vor Diskriminierung nicht erkannt werden wollten. Einige trugen Regenbogenflaggen und tanzten am Strand. Auf Plakaten kündigten sie an, ihren Kampf für Schwulenrechte nicht aufzugeben. «Wir sind hier, um für diejenigen zu laufen, die nicht laufen können, die Angst haben, zu laufen», sagte der Schwulen-Aktivist Kimbugwe. «Wir sind hier, um unsere Rechte zu zelebrieren.»

Lebenslange Haft für Sex - Gesetz noch nicht vom Tisch

Das Verfassungsgericht hatte das umstrittene Gesetz, das für homosexuelle Handlungen bis zu lebenslange Haftstrafen vorsah, Ende Juli für ungültig erklärt, weil das Parlament bei der Abstimmung nicht beschlussfähig gewesen sei. Da die Richter das Gesetz aber nicht inhaltlich beanstandeten, kann es unverändert neu ins Parlament eingebracht werden.

Einige westliche Regierungen stoppten wegen des Gesetzes ihre Hilfen für Uganda. In dem Land selbst gibt es aber breite Unterstützung dafür. Erst vor wenigen Tagen hatten Abgeordnete erklärt, sie wollten es erneut zur Abstimmung stellen.

Die Parade findet zum dritten Mal statt, wie die Organisatoren mitteilten. Die Lesben-Aktivistin Jacqueline Kasha sagte, «wir sind eine Gruppe von Menschen, die genug gelitten hat.» Man habe das Recht, sich auf einem öffentlichem Platz zu versammeln und Spass zu haben. 2012 war es ihren Angaben zufolge zu Ausschreitungen gekommen, nachdem die Polizei versucht hatte, die Parade aufzulösen.

Einige der Teilnehmer der Veranstaltung sagten, sie hätten ursprünglich vorgehabt, die Parade in der Hauptstadt Kampala zu veranstalten. Die Polizei habe sie jedoch gewarnt, dass ein solcher Schritt eine Provokation darstellen würde und möglicherweise gefährlich sei. (sda)

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