Aktualisiert 22.02.2019 12:16

Militärgericht

Anti-IS-Kämpfer zu Geldstrafe verurteilt

Der ehemalige Wachtmeister der Schweizer Armee stand in Bellinzona vor dem Militärgericht. Dieses verurteil ihn zu einer Strafe von 90 Tagessätzen.

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Der Tessiner Johan Cosar kämpfte in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Der Tessiner Johan Cosar kämpfte in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

Twitter / Johancosar
Er stand vor dem Militärgericht in Bellinzona.

Er stand vor dem Militärgericht in Bellinzona.

Twitter / Johancosar
Cosar hatte früher fünf Jahre lang als Infanterie-Unteroffizier in der Schweizer Armee gedient.

Cosar hatte früher fünf Jahre lang als Infanterie-Unteroffizier in der Schweizer Armee gedient.

Twitter / Johancosar

Der ehemalige Wachtmeister Johan Cosar ist für seinen Einsatz bei einer Christen-Miliz in Syrien mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen bestraft worden. Vom Vorwurf der Rekrutierung für eine fremde Armee sprach ihn das Militärgericht in Bellinzona frei.

Sein mitangeklagter Cousin wurde in diesen Punkten und von allen Vorwürfen freigesprochen. Cosar wurde in St. Gallen geboren und wuchs in Locarno auf. Seine Eltern sind assyrischer Abstammung und damit Christen. Nach dem arabischen Frühling 2011 reiste Cosar nach Syrien, um sich dort vor Ort über die Situation seiner Familie zu informieren.

In St. Gallen geboren

Ende 2012 kam die Terrormiliz IS immer näher an die christlichen Ortschaften im Norden Syriens heran. Zusammen mit weiteren Personen formierte Cosar deshalb die christliche Miliz Syriac Military Council (SMC), in der er von 2013 bis 2015 im Einsatz stand. Dies geschah ohne die Bewilligung des Bundesrates, was für einen legalen Kampfeinsatz eines Schweizer Soldaten im Ausland notwendig gewesen wäre.

Der 37-jährige Cosar wurde in St. Gallen geboren und wuchs im Tessin auf. Seine Eltern sind Assyrer aus der Türkei. Diese christliche Minderheit ist über mehrere Länder verteilt. (20 Minuten/sda)

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