Reise nach Kolumbien: Anti-Mafia-Staatsanwalt wird in seinen Flitterwochen am Strand erschossen
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Reise nach KolumbienAnti-Mafia-Staatsanwalt wird in seinen Flitterwochen am Strand erschossen

Er war als Staatsanwalt für die Bekämpfung der Drogenkriminalität in Paraguay zuständig, nun wurde er in Kolumbien auf seiner Hochzeitsreise getötet. Die Polizei spricht von Mord.

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Der 45-jährige Marcelo Pecci war mit seiner Frau auf Hochzeitsreise in Kolumbien, als er erschossen wurde.

Der 45-jährige Marcelo Pecci war mit seiner Frau auf Hochzeitsreise in Kolumbien, als er erschossen wurde.

instagram/aguileraclaudi
Er war ein für die Bekämpfung der Drogenkriminalität in Paraguay zuständiger Staatsanwalt.

Er war ein für die Bekämpfung der Drogenkriminalität in Paraguay zuständiger Staatsanwalt.

REUTERS
Der 45-jährige Pecci wurde nach Angaben seiner Frau, der Journalistin Claudia Aguilera, an einem Strand der Ferieninsel Barú inmitten anderer Touristen von zwei Schüssen getroffen.

Der 45-jährige Pecci wurde nach Angaben seiner Frau, der Journalistin Claudia Aguilera, an einem Strand der Ferieninsel Barú inmitten anderer Touristen von zwei Schüssen getroffen.

imago/Panthermedia

Darum gehts

  • Der 45-jährige Staatsanwalt Marcelo Pecci ist auf seiner Hochzeitsreise in Kolumbien erschossen worden.

  • Pecci war auf organisierte Kriminalität und Drogenhandel in Paraguay spezialisiert.

  • Gemäss seiner Ehefrau hatte Pecci vor der tödlichen Attacke keine Drohungen erhalten.

Der für die Bekämpfung der Drogenkriminalität in Paraguay zuständige Staatsanwalt Marcelo Pecci ist auf seiner Hochzeitsreise in Kolumbien erschossen worden. Pecci wurde am Dienstag während seiner Flitterwochen auf einer kolumbianischen Karibikinsel von zwei Angreifern am Strand getötet, wie die Polizei und seine Witwe mitteilten. Kolumbiens Polizeichef Jorge Luis Vargas sprach von «Mord».

Der 45-jährige Pecci wurde nach Angaben seiner Frau, der Journalistin Claudia Aguilera, an einem Strand der Ferieninsel Barú inmitten anderer Touristen von zwei Schüssen getroffen. Die beiden Angreifer seien mit einem kleinen Boot oder einem Jet-Ski an den Strand gekommen, sagte Aguilera der Zeitung «El Tiempo». Einer der Angreifer sei abgestiegen und habe «ohne ein Wort zu sagen zwei Mal auf Marcelo geschossen». Die Kugeln hätten sein Gesicht und seinen Rücken getroffen.

Letzter Instagram-Post zeigt Paar und Babyschuhe

Pecci und Aguilera hatten Ende April im kolumbianischen Cartagena geheiratet. Aguilera erwartet ein Kind. Auf dem letzten Foto, das sie am Dienstag im Online-Netzwerk Instagram veröffentlichte, war das Paar eng umschlungen am Strand zu sehen. Im Vordergrund standen Babyschuhe.

Der Hintergrund des Attentats war zunächst unklar. Aguilera sagte, ihr Mann habe vor der tödlichen Attacke keine Drohungen erhalten. Peccis Kollege Augusto Salas sagte, die Art des Angriffs deute auf die Drogenmafia hin.

488’000 Dollar Belohnung für Hinweise

Kolumbiens Polizei schickte fünf Ermittler nach Barú, die von Experten aus Paraguay und den USA unterstützt werden sollen. Auf einem Fahndungsfoto, das einen der mutmasslichen Mörder zeigen soll, ist ein Mann in schwarzen Bermudashorts und einem beigen Panamahut zu sehen. Polizeichef Vargas zufolge kooperieren Kolumbien und Paraguay bei den Ermittlungen mit der US-Drogenbehörde DEA. Die Polizei setzte eine Belohnung von 488’000 Dollar (483’000 Franken) für Hinweise zur Ergreifung der Mörder aus.

Paraguays Präsident Mario Abdo Benítez verurteilte die Tat «auf das Schärfste». Das ganze Land trauere «um den feige ermordeten Staatsanwalt Marcelo Pecci», schrieb Abdo Benítez auf Twitter. Er kündigte an, den Kampf gegen das organisierte Verbrechen zu verstärken. Auch sein kolumbianischer Kollege Iván Duque verurteilte die Tat und sagte eine enge Zusammenarbeit bei den Ermittlungen zu.

Anwalte hatte «wichtige Verurteilungen» erreicht

Pecci hatte sich auf organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Geldwäsche und Terrorfinanzierung spezialisiert. Paraguays Generalstaatsanwältin Sandra Quiñonez erklärte, Pecci habe in seiner elfjährigen Arbeit gegen die internationale Drogenkriminalität einige «wichtige Verurteilungen» erreicht. 

Pecci war auch bekannt für seine Beteiligung an den Ermittlungen, die den brasilianischen Fussballstar Ronaldinho zwischen März und August 2020 hinter Gitter brachten, weil er mit gefälschten Dokumenten nach Paraguay eingereist war.

Kolumbien ist der grösste Kokain-Produzent der Welt, während sich Paraguay zu einem wichtigen Umschlagplatz für Drogen nach Europa entwickelt hat.

(AFP/bre)

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