Mini Cooper S: Anti-Schwerkraft-Training
Aktualisiert

Mini Cooper SAnti-Schwerkraft-Training

Wer den Mini Cooper S fährt, beginnt automatisch zu grinsen. Die dritte Generation unter BMW-Regie hat viele neue Features, doch eine Spassbremse gehört nicht dazu.

von
Nina Vetterli-Treml

In der Schweiz, so scheint es, beträgt die Gravitation ein bisschen mehr als 9,80665 m/s2. Man bemerkt es beim Warten vor der Migros-Kasse oder beim Stadtbummel, und wenn man gerade frisch aus den Ferien zurück ist, fällt es einem erst recht auf: Die Mundwinkel hängen hierzulande tiefer als anderswo.

Kleiner Tipp: Lachen hilft. Grosser Tipp: Der zum 3,85-Meter-Kleinwagen maximierte Mini hilft ebenfalls. Gut zu wissen, dass die dritte Generation der von BMW erschaffenen Retro-Neuauflage ein bisschen praktischer, vornehmer, moderner und dank neuen, grösstenteils 3-zylindrigen Motoren bis zu 21 Prozent sparsamer wurde. Trotzdem liegt der Reiz des britischen Kultklassikers nicht in seinem Nutz- sondern Unterhaltungswert.

Ein Gefühl wie in der Teenie-Disco

Der auf 192 PS erstarkte, nach wie vor mit einem 4-Zylinder ausgerüstete Cooper S ist bestes Anti-Schwerkraft-Training für die Mundwinkel. Die kunterbunte Festbeleuchtung des mal rot, mal grün, mal blau aufleuchtende LED-Rings um die Mittelkonsole sorgt für ein Gefühl wie in der Teenie-Disco, der rote Motorstart-Kippschalter und das an eine Plexiglasscheibe projizierte Head-up-Display erinnern an Jet-Fighter-Videogames und wenn man den sportlichsten von drei «Driving Modes» aktiviert, erscheint nicht umsonst ein Go-Kart-Symbol auf dem Bildschirm. Das Fahrwerk macht sich straffer, die Lenkung wird direkter, die 6-Gang-Sportautomatik erlaubt sich grössere Schaltsprünge, der Motor knurrt lauter – Kurven werden zum Spielplatz für erwachsene Kinder und der Griesgram verfliegt von allein.

Wenn die Mundwinkel erst mal an die Ohren geheftet sind, dann fallen sie auch nicht, wenn man einen Blick in die Preisliste wagt: Der Mini Cooper S kostet 30'700 Franken wobei sich der Betrag mit Extras wie Abstandstempomat, Park-Distanzkontrolle, HiFi-Anlage, elektronischer Dämpferkontrolle und Racing Stripes locker gen 50'000 Franken treiben lässt.

Mini Cooper S (mit 6-Gang-Automatik)

Modell: 3-türiger Kleinwagen mit 4 Plätzen.

Motor: 2-Liter-4-Zylinder-Turbo mit 192 PS (141 kW).

Fahrleistungen: 0-100 km/h in 6,8 s. Höchstgeschwindigkeit 233 km/h.

Verbrauch: 5,2-5,4 L/100 km Verbrauch, 122-125 g CO2/km.

Preis: Ab Fr. 30'700 (Mini One ab Fr. 23'500).

Marktstart: Ab sofort.

Infos: www.mini.ch

Alltag

Obwohl der Mini 9,8 Zentimeter länger wurde und der Kofferraum um 51 auf 211 Ladeliter gewachsen ist, bleiben die praktischen Talente des Kultautos begrenzt.

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Geld

Der Basis-Mini kostet nur 23'500 Franken, doch der Cooper S ist ein teurer Spass: Wer zu tief in die Optionenliste schaut muss rund 48'000 Franken hinblättern.

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Sexappeal

Seinen spitzbübischen Charme hat der Retro-Klassiker nicht verloren. Trotzdem schade, dass die neue Generation von der alten kaum unterscheidbar ist.

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Spass

Kleinwagen sind für die Stadt gemacht? Nicht dieser: Der Cooper S geht ab wie eine Rakete und ist wie eh und je auf kurvigen Landstrassen zu Hause.

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Umwelt

An den Verbrauch denkt der Cooper-S-Fahrer wohl zuletzt – trotzdem gut zu wissen, dass der Alltagsverbrauch mit rund sieben Litern nicht überbordet.

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Gesamt

Der Mini Cooper S bleibt auch mit grösseren Abmessungen, modernerer Ausstattung und sparsameren Triebwerken der König unter den kleinen Spassmachern.

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«Es gibt praktischere und günstigere Kleinwagen, die es genauso bunt treiben. Doch der Mini ist einfach Kult – und das bleibt er auch in der neuen Generation.»

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