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Poroschenko disst Putin«Anti-Terror-Koalition? Coole Story»

In seiner Rede vor der UNO greift der ukrainische Präsident Petro Poroschenko seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin an. 23 Minuten lang folgt Vorwurf auf Vorwurf.

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cfr/sda
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Petro Poroschenko griff in seiner Rede am 29. September vor der UNO-Vollversammlung den russischen Präsidenten Wladimir Putin an.

Petro Poroschenko griff in seiner Rede am 29. September vor der UNO-Vollversammlung den russischen Präsidenten Wladimir Putin an.

epa/Andrew Gombert
Russland missbrauche das UNO-Vetorecht als Lizenz zum Töten, setze in der Ukraine mobile Krematorien ein und habe seine Angriffe in der Ostukraine sogar noch verstärkt.

Russland missbrauche das UNO-Vetorecht als Lizenz zum Töten, setze in der Ukraine mobile Krematorien ein und habe seine Angriffe in der Ostukraine sogar noch verstärkt.

AFP/John Moore
Putin hatte am Montag noch von einem «Bürgerkrieg» in der Ukraine gesprochen.

Putin hatte am Montag noch von einem «Bürgerkrieg» in der Ukraine gesprochen.

AFP/Spencer Platt

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat in seiner 23-minütigen Rede vor der UNO-Vollversammlung mit Russland abgerechnet. Ohne explizit seinen Namen zu nennen, machte sich Poroschenko über den russischen Präsidenten Wladimir Putin lustig.

Dessen Aufruf für eine globale Koalition gegen den Terror sei «doppelzüngig»: «Coole Story, aber schwer zu glauben», spottete Poroschenko. «Wie kann man eine Anti-Terror-Koalition fordern, aber Terrorismus vor der eigenen Haustür unterstützen?»

Mobile Krematorien zur Leichenbeseitigung?

Zudem wirft er Russland vor, im Kriegsgebiet der Ostukraine mobile Krematorien einzusetzen. Damit würden Leichen beseitigt.

«Um die Weltöffentlichkeit irrezuführen, hat die russische Führung befohlen, Abzeichen und Erkennungsmarken ihrer Soldaten zu entfernen und gefangene Soldaten zurückzulassen», so der ukrainische Machthaber. «Und besonders zynisch ist, dass sie mobile Krematorien verwenden, um die Spuren ihrer Verbrechen auf ukrainischem Boden zu beseitigen.»

«Die Gier Moskaus» angeprangert

Noch am Montag hatte Putin von einem «Bürgerkrieg» in der Ukraine gesprochen. Poroschenko widerspricht: «Lassen Sie mich klarmachen: Das ist kein Bürgerkrieg und kein interner Konflikt. Das ist eine Aggression.»

Obwohl diese UNO-Vollversammlung die Aggression verurteilt habe, habe Russland die Angriffe sogar noch verstärkt, fuhr er fort. 8000 Ukrainer, 6000 von ihnen Zivilisten, seien getötet worden.

«An unserer Grenze stehen so viele russische Soldaten, dass sie die Armeen der meisten UNO-Staaten in den Schatten stellen würden. Und der Grund ist die Gier Moskaus, zu imperialen Zeiten zurückzukehren», sagte Poroschenko.

Erst gehen die Ukrainer, dann die Russen

Sein nächster Vorwurf: Russland missbrauche das UNO-Vetorecht als Lizenz zum Töten. Das sei nicht akzeptabel. Dann warnte Poroschenko: «In diesen Tagen betreten die Russen in Grün diesmal syrisches Land. Was und wer kommt als Nächstes dran?»

Die russische Delegation verliess schon zu Beginn von Poroschenkos Rede in New York den Saal. Nur ein Diplomat blieb zurück. Gemäss der «Washington Post» hatte die ukrainische Delegation ebenfalls am Montag während Putins Rede demonstrativ den Saal verlassen.

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