Aktualisiert 27.03.2013 21:31

No Deal!

Anti-Waffenlobbyist kriegt kein Gewehr

Der Ehemann der angeschossenen US-Abgeordneten Gabrielle Giffords wollte aufzeigen, wie einfach in den USA der Zugang zu Kriegswaffen ist. Der Besitzer des Waffenladens hat seine Aktion durchschaut.

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Mark Kelly, ehemaliger Astronaut und Ehemann der im Januar 2011 angeschossenen US-Abgeordneten Gabrielle Giffords, unterstützt seine Frau in ihrem Kampf für schärfere Waffengesetze in den USA. Doch bei seiner letzten Aktion ging der Schuss nach hinten los.

Kelly wollte den US-Bürgern aufzeigen, wie unproblematisch in ihrem Land der Zugang zu Gewehren, Pistolen und Kriegswaffen ist. Dafür besuchte er am 5. März einen Waffenladen in Tucson im US-Bundesstaat Arizona. Er bestellte ein AR-15-Gewehr sowie eine .45-Kaliber-Pistole und Munition. Dabei füllte er wie alle anderen Käufer auch ein Formular aus. Danach sollte er 20 Tage warten, bis nach Überprüfung seiner Daten die Ware ausgehändigt würde.

Es ist nicht so, wie es aussieht

Doch so weit kam es nie: Die Öffentlichkeit bekam Wind von Kellys Einkauf und bezichtigte ihn der Heuchelei. «Wie ist es möglich, dass ein Mann, der so engagiert für die Änderung des 2. Artikels der US-Verfassung kämpfte, der den US-Amerikanern den Besitz und das Tragen von Waffen erlaubt, nun selbst Kriegsmaterial erwirbt?», fragten sich Medien und Blogger zugleich.

Kelly sah sich gezwungen, die Situation aufzuklären: Er habe nur beweisen wollen, wie rasch man an Waffen komme, wenn man wolle. Doch damit schoss er sich ins eigene Bein, denn auch Douglas MacKinley, der Waffenladenbesitzer, erfuhr nun von Kellys echten Absichten.

Kein Gewehr für Kelly

Wie «Washington Times» schreibt, entschied MacKinley daraufhin, die Transaktion rückgängig zu machen. Er sandte Mark Kelly das bereits bezahlte Geld zurück und erklärte, er könne ihm die Waffen nicht verkaufen. «So sehr ich Mr. Kellys Kampf für einen verantwortungsvollen Umgang mit Waffen respektiere, wurde mir nach dem medialen Aufruhr klar, dass er das bestellte Sig Sauer M400-Gewehr nicht für seinen persönlichen Gebrauch erwerben wollte», gab er über die Facebook-Seite seines Ladens bekannt.

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