Anti-Walfang-Drama: Fotografieren verboten
Aktualisiert

Anti-Walfang-Drama: Fotografieren verboten

Japan hat die Freilassung von zwei Anti-Walfang-Aktivisten in der Antarktis an die Bedingung geknüpft, dass ihre Organisation Sea Shepherd die Protestaktionen einstellt.

Auch werde gefordert, dass die Aktivisten das Filmen und Fotografieren der Walfangflotte einstellten, sagte am Mittwoch der Kapitän des Sea-Shepherd-Schiffs «Steve Irwin», Paul Watson.

Zuvor hatte die japanische Fischereibehörde erklärt, dass Sea Shepherd die beiden Walfanggegner mit Schlauchbooten abholen könne. Der Australier Benjamin Potts und der Brite Giles Lane betraten am Dienstag das japanische Walfangschiff «Yushin Maru Nr. 2», um nach Angaben von Sea Shepherd eine Petition zur Einstellung des Walfangs zu übergeben. Die japanische Besatzung warf ihnen jedoch vor, illegal an Bord des Schiffs gelangt zu sein und nahm die beiden gefangen. Glenn Inwood vom Japanischen Institut für Walforschung, das den Walfang organisiert, sprach von einem «Akt der Piraterie». Der Kapitän des Sea-Shepherd-Schiffs «Steve Irwin», Paul Watson, verteidigte hingegen die Aktion und sagte, dies sei gerechtfertigt gewesen, da die Waljagd der japanischen Schiffe gegen das Völkerrecht verstosse. «Die Piraten sind die Japaner», sagte Watson in einem Radio-Interview.

Die australische Regierung verlangte die Freilassung der Aktivisten und wurde auf diplomatischen Wegen in Tokio vorstellig. Aussenminister Stephen Smith teilte mit, die japanischen Behörden hätten nach den Gesprächen zugesagt, die beiden Aktivisten auf das Schiff der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd zurückzubringen.

An den Protestaktionen gegen die japanische Walfangflotte nehmen auch Mitglieder der Organisation Greenpeace teil. Die japanische Walfangflotte ist im November in Richtung Antarktis aufgebrochen. Die Besatzung der Schiffe will bis zu 50 Buckelwale (Megaptera novaeangliae), bis zu 50 Finnwale (Balaenoptera physalus) und bis zu 935 Südliche Zwergwale (Balaenoptera bonaerensis) töten. Das ist das grösste Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmassnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC). Die Ausnahmeregelung wird mit wissenschaftlichen Zwecken begründet. Im Anschluss an die Untersuchungen enden jedoch die meisten der getöteten Wale auf dem Mittagstisch. (dapd)

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