ST. GALLEN: Antibiotika in Ostschweizer Äpfeln – Experten erstaunt
Aktualisiert

ST. GALLENAntibiotika in Ostschweizer Äpfeln – Experten erstaunt

In Ostschweizer Äpfeln wurden Spuren des Feuerbrand-Mittels Streptomycin gefunden. Das erstaunt Experten und stellt den Einsatz des Antibiotikums in Frage.

von
Sascha Schmid

«Das ist eine absolute Überraschung», so der Thurgauer Kantonschemiker Christoph Spinner. Bislang ging man davon aus, dass Streptomycin keine Spuren im Obst hinterlässt. In den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Zürich wurden nun aber in 55 von 62 Apfelproben welche gefunden. «Für die Konsumenten besteht keine Gefahr», schreiben die betroffenen Behörden. Ein Mensch könnte täglich 210 Kilo Äpfel essen, ohne Schaden zu nehmen. Trotzdem ist für hitzige Diskussionen gesorgt.

Das Resultat stelle die Strategie im Kampf gegen die Pflanzenkrankheit Feuerbrand in Frage, sagt Andreas Rohner vom Thurgauer Bauernverband: «Uns wurde immer weisgemacht, dass die Äpfel nicht betroffen sein würden.» In Vorarlberg, wo auch Streptomycin in Äpfeln gefunden wurde, sagte der zuständige Landesrat Erich Schwärzler gar: «Für mich ist der Einsatz von Streptomycin in weite Ferne gerückt.» Nicht betroffen sind Bio-Betriebe. «Wir haben uns von Anfang an gegen Streptomycin gewehrt», so Markus Arbenz von Bio Suisse.

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