Aktualisiert 10.10.2003 14:30

Anwälte: Sniper war unzurechnungsfähig

Die Anwälte von John Lee Malvo, einem der beiden Heckenschützen von Washington, wollen in ihrer Klageerwiderung auf Unzurechnungsfähigkeit ihres Mandanten plädieren.

Sie argumentieren, dass der 18-Jährige Opfer der Indoktrination seines Stiefvaters John Allan Muhammad gewesen sei. Das Duo hatte im Herbst 2002 zehn Menschen aus dem Hinterhalt erschossen und damit Angst und Schrecken unter der Bevölkerung verbreitet.

Der Verteidiger Malvos, Craig Cooley, sagte am Donnerstag, der Fall sei so grotesk, dass es nachlässig wäre, die starke psychische Beeinflussung des Stiefvaters im Prozess ausser Acht zu lassen. In ihrer Klageerwiderung stützen sich die Anwälte auf Gutachten privat beautragter Ärzte.

Der Staatsanwalt, Robert F. Horan, der die Gutachten eines gerichtlich berufenen Gesundheitsexperten eingesehen hatte, sagte dagegen, darin deute nichts auf eine psychische Störung des 18-Jährigen hin. Nach dem Gesetz in Virginia muss sich Malvo nun von einem von der Staatsanwaltschaft berufenem Arzt erneut untersuchen lassen, um auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren zu können.

Sollte Malvo wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen werden, würde er solange in einer psychiatrischen Klinik untergebracht, bis aus ärztlicher Sicht keine Gefahr mehr von ihm ausgeht. Wird der Heckenschütze dagegen für schuldig befunden, dann droht ihm, ebenso wie seinem angeklagten Stiefvater, die Todesstrafe. (dapd)

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