Zürichsee: Anwohner blitzt ab mit Anzeigen wegen Gehupe
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ZürichseeAnwohner blitzt ab mit Anzeigen wegen Gehupe

Gegen die Kapitäne auf dem Zürichsee sind mehrere Anzeigen eingegangen, weil sie zu viel hornen. Die Verfahren dazu wurden nun eingestellt.

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tam
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Die Zürichseeschiffe dürfen beim Ab- und Anfahren an einem Steg nicht mehr kurz hornen.

Die Zürichseeschiffe dürfen beim Ab- und Anfahren an einem Steg nicht mehr kurz hornen.

Keystone/Alessandro Della Bella
Erlaubt ist nur noch ein vier Sekunden langes Warnsignal, falls etwa Schwimmer im Weg sind. Grund: Ein Anwohner hatte sich über den Lärm beschwert und das Gesetz gab ihm recht.

Erlaubt ist nur noch ein vier Sekunden langes Warnsignal, falls etwa Schwimmer im Weg sind. Grund: Ein Anwohner hatte sich über den Lärm beschwert und das Gesetz gab ihm recht.

ZSG
Mitte August hat ein Anwohner aus Stäfa Anzeige gegen mehrere Kapitäne der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) erstattet.

Mitte August hat ein Anwohner aus Stäfa Anzeige gegen mehrere Kapitäne der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) erstattet.

Keystone/Alessandro Della Bella

Insgesamt 16 Strafanzeigen gegen fünf Kapitäne der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) sind beim Statthalteramt Meilen noch hängig. Die Schiffsführer wurden angezeigt, weil sie gegen das Hornverbot auf dem Zürichsee verstossen haben sollen. Alle Verfahren wegen unerlaubten Hornens werden nun eingestellt, wie die Statthalterin Patrizia Merotto auf Anfrage der «Zürichsee-Zeitung» sagt.

Alle Anzeigen wegen des Gehupes sind aus Stäfa gekommen. Ein Anwohner aus Stäfa hat im Sommer mehrere Anzeigen eingereicht. Er habe allein an einem Wochenende sieben Verstösse feststellen können. Die mutmasslichen Vergehen sind teilweise auch mit Videos dokumentiert worden.

«Sinn und Zweck»

Der Entscheid, die Verfahren einzustellen, traf Merotto nach der Befragung eines Experten und auf Basis der Einschätzungen des Bundesamts für Verkehr. Anhörungen der Beschuldigten seien nicht mehr nötig gewesen, so Merotto zur Zeitung. Ausschlaggebend sei für sie die von allen Seiten betonte «präventive Natur» eines Warnsignals. Demnach sei es Sinn und Zweck eines solchen, dass es nicht nur bei einer drohenden, sondern auch bei einer vermuteten oder möglichen Gefahr verwendet werden dürfe.

Im Fall des Stäfner Schiffsstegs rechtfertige die direkt daneben liegende Hafeneinfahrt, geschützt von einer hohen Mole, eine solche Vorsichtsmassnahme des Kapitäns. So könnten Personen in Badekleidung auf der Hafenmauer unvermittelt ins Wasser springen oder ein flaches Pedaloboot plötzlich hinter der Mole aus dem Hafen fahren. Die Statthalterin bestätigt laut dem Artikel damit die vorherrschende Meinung, wonach allein der Schiffsverantwortliche von seiner Position aus und zum fraglichen Zeitpunkt beurteilen könne, ob ein Schallsignal abzugeben ist oder nicht. Allfällige zukünftige Anzeigen dieser Art wird Merotto nicht anhand nehmen oder direkt einstellen.

Nur noch das offizielle Warnsignal

Das kurze Hupen beim An- und Ablegen auf dem Zürichsee gibt es seit drei Jahren nicht mehr. Das Bundesamt für Verkehr hat das Signal verboten, weil es nicht in den Vorschriften für die Binnenschifffahrt enthalten ist. Anlass dafür war die Beanstandung eines Anwohners von Stäfa. Seither dürfen Kapitäne nur noch das offizielle Warnsignal abgeben, das mit vier Sekunden deutlich länger ertönt.

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