Aktualisiert 09.04.2020 06:13

Thurgau

Anwohner drohen, Büsi zu erschiessen und vergiften

Wegen Todesdrohungen fühlt sich die Tierhilfe Schweiz gezwungen, neue Lebensplätze für zahlreiche verwilderte Katzen zu suchen. Ein Tier wurde bereits tot aufgefunden.

von
jil
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Wegen Drohungen fühlt sich die Tierhilfe Schweiz gezwungen, neue Lebensplätze für zahlreiche verwilderte Katzen zu suchen. Ein Tier wurde bereits tot aufgefunden.

Wegen Drohungen fühlt sich die Tierhilfe Schweiz gezwungen, neue Lebensplätze für zahlreiche verwilderte Katzen zu suchen. Ein Tier wurde bereits tot aufgefunden.

Tierhilfe Schweiz
«Drohungen wie vergiften, erschiessen usw. stehen leider im Raum. Damit den Büsi nichts passiert, müssen wir einen Teil dringend umplatzieren», schreibt die Tierhilfe Schweiz mit Sitz in Mattwil TG kürzlich in einem Post auf Facebook.

«Drohungen wie vergiften, erschiessen usw. stehen leider im Raum. Damit den Büsi nichts passiert, müssen wir einen Teil dringend umplatzieren», schreibt die Tierhilfe Schweiz mit Sitz in Mattwil TG kürzlich in einem Post auf Facebook.

Tierhilfe Schweiz
Doch was ist passiert? Bei einer Scheune in einem Weiler oberhalb von Moos haben sich verwilderte Katzen unkontrolliert vermehrt.

Doch was ist passiert? Bei einer Scheune in einem Weiler oberhalb von Moos haben sich verwilderte Katzen unkontrolliert vermehrt.

Tierhilfe Schweiz

«Drohungen wie vergiften, erschiessen usw. stehen leider im Raum. Damit den Büsi nichts passiert, müssen wir einen Teil dringend umplatzieren», schreibt die Tierhilfe Schweiz mit Sitz in Mattwil TG kürzlich in einem Post auf Facebook.

Doch was ist passiert? Bei einer Scheune in einem Weiler oberhalb von Moos haben sich verwilderte Katzen unkontrolliert vermehrt. «Als wir um Hilfe gerufen wurden, war die Anzahl der Büsi schon beträchtlich. Wir haben alle Katzen eingefangen, kastrieren und tierärztlich versorgen lassen», sagt Beatrice Baumann, Präsidentin der Tierhilfe Schweiz. Die jüngeren Katzen seien zudem getestet, gechippt und im Katzenhaus Mattwil sowie im Tierheim Tellen zum Zähmen und Vermitteln aufgenommen worden. Die älteren Katzen seien zurückgebracht worden und es wurde für sie eine Futterstelle eingerichtet.

Sehr zum Ärger der Anwohner. «Es kommen Reklamationen, dass es zu viele Katzen sind», so Baumann. Und weiter: «Wir erhalten sogar Drohungen, dass wenn sich nicht sofort etwas ändert, man einen anderen Weg finden würde, die Tiere loszuwerden.» Es hiess auch, es sei doch besser, die Tiere einzuschläfern.

Angst vor Corona-Virus

Durch das Corona-Virus habe sich die Situation noch verschlimmert. Die Leute hätten Angst, dass die Katzen das Virus auf die Menschen übertragen. Ein junges Büsi sei bereits tot bei der Futterstelle gefunden worden. Was passiert sei, wisse niemand.

Die Tierhilfe sucht nun dringend nach neuen Lebensplätzen für die verwilderten Katzen. «Es ist wichtig, dass die Katzen an einen Ort kommen, wo sie nach draussen können, abseits von stark befahrenen Strassen. Eine Scheune oder ein Bauernhof wäre perfekt», so Baumann. Als Streichelbüsi in einer Wohnung seien sie absolut nicht geeignet.

Dass die bestehende Futterstelle wegen der Drohungen direkt geschlossen wird, ist für Baumann indes unvorstellbar. «Wir werden die Futterstelle auf alle Fälle weiterbetreiben. Wir hoffen, dass sich die Situation beruhigt und die Katzen akzeptiert werden.»

Kein Einzelfall

Dass es Personen gibt, die damit drohen, Katzen umzubringen, ist kein Einzelfall. «Immer wieder wird uns gedroht, dass wir Katzen umgehend abholen sollen, ansonsten würden sie getötet werden», erzählt Esther Geisser, Präsidentin und Gründerin von NetAP. Nicht immer sei klar ersichtlich, ob die Drohung wahrgemacht werden würde. Einfach sind solche Fälle nicht. «Für verwilderte Katzen neue Plätze zu finden ist schwer. Da müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden», sagt Geisser.

Aktuell habe sie gerade mehrere Fälle pendent, bei denen mit Erschiessen oder Vergiften gedroht worden sei. In solchen Situationen suche sie das Gespräch mit den Leuten, um Zeit zu gewinnen. Als Erstes würden dann alle Katzen kastriert und geimpft. Nicht selten einige man sich in Nachgang auf eine permanente Futterstelle, und die kastrierten Katzen dürften doch bleiben.

Plätzchen gesucht

Für etwa zehn Katzen sucht die Tierhilfe noch ein neues Daheim. Dass die Tiere nach draussen können und gute Versteck-Möglichkeiten haben, sind Grundvoraussetzungen für eine Aufnahme. Der Tierschutzverein stellt sich zur Verfügung, die Katzen wieder abzuholen, im Fall, dass es im neuen Daheim nicht so klappt, wie erwartet. Interessierte können sich per Mail an info@tierhilfe-schweiz.ch melden.

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