Anwohner fürchten sich vor einem Feuerteufel
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Anwohner fürchten sich vor einem Feuerteufel

Zwei Brände innerhalb von knapp anderthalb Monaten überraschten die 50 Bewohner eines Wohnhauses in Kleinbasel. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Brandstiftung oder fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst.

Hatten die Bewohner eines Wohnhauses nur Pech, dass bereits zum zweiten Mal innerhalb anderthalb Monaten ein Feuer ausbrach? Die Staatsanwaltschaft Basel glaubt das inzwischen nicht mehr. «In beiden Fällen ist eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen», betont der zuständige Staatsanwalt Markus Melzl gegenüber 20minuten.ch.

Der erste Brand ereignete sich am 22. November 2007 im Kellergeschoss. Die 50 Bewohner mussten evakuiert werden, vor allem wegen starker Rauchentwicklung. Ursache der Rauchentwicklung war Abfall, der Feuer fing. Weil der Unrat in einer brandgeschützten Schleuse stand, konnte sich das Feuer nur bedingt ausbreiten.

Um den Abfall habe es unter den Bewohnern bereits im Vorfeld Streitigkeiten gegeben, wie Melzl sagt. Die Ermittlungen über die Brandursache laufen deshalb jetzt auch in diese Richtung.

Auch der zweite Brand gestern ging wiederum im Kellergeschoss los. Erneut mussten sämtliche Bewohner vorübergehend evakuiert werden. Laut Melzl fing diesmal ein Stapel Wäsche Feuer. Deshalb könne Brandstiftung auch in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden.

Die Ursache könnte allerdings auch auf Fahrlässigkeit zurückzuführen sein. Die Kellergeschosse seien leicht zugänglich und auch schon von Obdachlosen und Drogensüchtigen aufgesucht worden. «Vielleicht hat eine Zigarette den Brand ausgelöst», sagt Melzl. Dass Brandbeschleuniger wie Benzin im Spiel waren, wird momentan «eher ausgeschlossen», jedoch noch genauer untersucht.

Im Falle von Brandstiftung droht dem Täter eine Freiheitsstrafe zwischen drei bis 20 Jahren. Bei fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst, wie es im Fachjargon heisst, droht eine Freiheitsstrafe von maximal drei Jahren oder eine Geldstrafe. Diese richtet sich nach dem Einkommen der Verursacher.

(meg)

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