Kanton Schwyz: Anwohner hält Dampflok für brennendes Gebäude
Aktualisiert

Kanton SchwyzAnwohner hält Dampflok für brennendes Gebäude

Weil er ein Feuer vermutete, alamierte ein Anwohner in Steinen die Kantonspolizei – es war aber nur eine Dampflok. Auch der gegenteilige Fall kam schon vor.

von
gwa
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Unterwegs zwischen Erstfeld und Bellinzona: die beiden Loks C 5/6 2978 und C 5/6 2969 von SBB Historic.

Unterwegs zwischen Erstfeld und Bellinzona: die beiden Loks C 5/6 2978 und C 5/6 2969 von SBB Historic.

Herbert Roseng/SBB Historic
Die beiden Lokomotiven kamen am Wochenende bei zwei Nostalgiefahrten zum Einsatz.

Die beiden Lokomotiven kamen am Wochenende bei zwei Nostalgiefahrten zum Einsatz.

Herbert Roseng/SBB Historic
Ein besorgter Bürger meldete der Polizei, dass beim Tunnelportal in Brunnen womöglich ein Gebäude in Brand geraten sei.

Ein besorgter Bürger meldete der Polizei, dass beim Tunnelportal in Brunnen womöglich ein Gebäude in Brand geraten sei.

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Aufregung um die Jubiläumsfahrt der beiden Dampfloks C 5/6 2978 und C 5/6 2969: Mit zwei Fahrten am Wochenende zwischen Erstfeld und Bellinzona wurde das 100-Jahr-Jubiläum der Lokomotive – auch «Elefant» genannt – gefeiert.

Gegen 17 Uhr am Sonntag sorgte die Nostalgiefahrt jedoch unfreiwillig für einen Alarm bei der Kapo Schwyz. Wie der «Bote der Urschweiz» berichtet, stieg aus dem Rauchfang der Lokomotiven in Brunnen dunkler Rauch auf, als die Lok den Tunnel auf ihrem Rückweg Richtung Olten passierte.

«Brandalarm nachvollziehbar»

Ein besorgter Bürger meldete der Polizei, dass beim Tunnelportal womöglich ein Gebäude in Brand geraten sei. Nach Abklärungen stellte die Polizei fest, dass die Lok verantwortlich für den Alarm ist. Auch bei der Lokalzeitung habe sich deswegen eine besorgte Anruferin gemeldet, als die Lok beim Lauerzersee war.

Durchgeführt wurde die Fahrt von SBB Historic. Dass wegen einer Nostalgiefahrt ein Alarm ausgelöst wird, kommt sehr selten vor: «Das haben wir bei SBB Historic zumindest in letzter Zeit nicht erlebt», sagt Geschäftsleiter Stefan Andermatt auf Anfrage.

«Wenn man nicht in der Nähe der Bahnstrecke ist, könnte man auf die Idee eines Brandes kommen», so Andermatt: «In der Nähe hört man eine Dampflokomotive natürlich und sieht die sich rasch bewegende Dampf- und Rauchwolke.» Zudem seien heute viele Leute das «imposante Bild» nicht mehr gewohnt, wenn ein solcher Zug auf den Gleisen verkehrt: «Das sah man auch an den vielen Zuschauern entlang der Strecke oder in den Bahnhöfen.»

Brennende Hecke für Dampflok gehalten

Ähnliche Vorfälle gab es schon: Im August musste der Bahntunnel zwischen Baden und Wettingen vorübergehend gesperrt werden, weil es wegen einer Dampflokomotive im Tunnel zu übermässiger Rauchbelastung kam.

Aber es kann auch umgekehrt sein. Gegen Ende September war am Bahnhof Sursee ein echter Brand ausgebrochen. Dort dachten Passanten am Bahnhof jedoch zuerst, dass Rauch von einer Dampflokomotive ausgehen müsse, wie die LZ berichtete. Tatsächlich handelte es sich aber um eine Hecke, die Feuer gefangen hatte. Die ausgerückte Feuerwehr konnte den Heckenbrand rasch unter Kontrolle bringen.

Zwei «Elefanten» mussten Zug ziehen

Die 800 Passagiere jedenfalls, die bei den beiden Fahrten am Wochenende dabei waren, liessen sich laut Andermatt von so viel SBB-Nostalgie entzücken: «Wir haben viele sehr positive Rückmeldungen erhalten.»

Rund zehn solcher Erlebnisfahrten führt SBB Historic jährlich durch. Hinzu kommen Fahrten, bei denen Nostalgiezüge für Privatanlässe gebucht werden – beliebt seien da etwa auch Reisen mit dem «Roten Pfeil». Bei der Fahrt am Wochenende kamen gar zwei «Elefanten» zum Einsatz: Um die Zugskomposition über die historische Bergstrecke am Gotthard zu bringen, waren zwei Loks nötig.

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