FC Breitenrain: Anwohner kämpft gegen Sportplatz-Lautsprecher

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FC BreitenrainAnwohner kämpft gegen Sportplatz-Lautsprecher

Weil ihm die Speaker-Durchsagen zu laut sind, bekämpft ein Anwohner den FC Breitenrain. Für den Verein geht es um die Existenz.

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Im Stadion des Berner FC Breitenrein ist ein Streit um die neuen Lautsprecher entflammt.

Im Stadion des Berner FC Breitenrein ist ein Streit um die neuen Lautsprecher entflammt.

Rechtzeitig zum 20. Jubiläum des FC Breitenrain hat der Kultverein letztes Jahr Kunstrasen erhalten, sowie die Fluchtlicht- und Lautsprecheranlage auf dem Sportplatz Spitalacker erneuert. Doch die Stadt Bern hatte es versäumt, die neuen Lautsprecher in der Baupublikation aufzuführen. Ein findiger Anwohner bemerkte dies. Deshalb muss die Stadt das Gesuch jetzt nochmals öffentlich aufgelegen.

«Störende Quartierbeschallung», nennt der Rentner die Durchsagen an Spieltagen und macht im Quartier nun mit einem Flyer mobil gegen die neue Lautsprecheranlage. Dabei bietet er willigen Nachbarn auch gleich seine Hilfe für das Einreichen der Einsprache an.

«Auf jeden Rappen angewiesen.»

Der FC Breitsch muss nun um seine neue Anlage bangen: «Die Lautsprecherdurchsagen sind für uns überlebenswichtig», sagt Klubpräsident Claudio A. Engeloch. Vor und während den Spielen würden etwa 20 Sponsoren genannt sowie Mannschaftsaufstellungen und Torschützen durchgegeben. Während dem Spiel dann noch die Torschützen und die Zuschauerzahl. «Der Speaker braucht dafür insgesamt nicht länger als zehn Minuten», so Engeloch. Diese Durchsagen würden einfach in ein professionelles Sponsorenpaket gehören und ohne diese Gönner würden dem Verein garantiert mehr als 100'000 Franken flöten gehen «Bei rund 500 Junioren, die wir betreuen, zählt jeder Rappen», sagt Engeloch.

15 Heimspiele

Seit nunmehr hundert Jahren wird auf dem «Spitz» gekickt. 1922 spielte gar die Schweizer Nati gegen Holland auf dem Quartierplatz. Damals gewannen die Eidgenossen mit 5:0 und rund 5000 Zuschauer feuerten die Nati an.

Wie damals haben die Spiele auf dem Spitz heute noch zuweilen einem Volksfest-Charakter. Letztes Wochenende kamen 1500 Zuschauer ans Heimspiel gegen den FC Köniz. «Insgesamt haben wir gerade mal 15 Heimspiele, bei denen die Lautsprecher eingesetzt werden», sagt Präsident Engeloch. Und man habe im Rahmen des Möglichen alles unternommen, um auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen. «Schliesslich geht es ja nur darum durchzugeben, was bei allen Fussballspielen passiert – die Durchsage der Mannschaftsaufstellung und die Nennung der Sponsoren.» Freiwillig habe man deshalb sogar die Lautstärke plombiert, sagt Engeloch. Ein Lärmgutachten der Stadt bestätige, dass die Beschallung im Rahmen sei.

Am Montag, 17. November läuft die Einsprachefrist ab. Bis dann will die Stadt nicht bekannt geben, wieviele Einsprachen eingegangen sind. Und gemäss «Berner Zeitung» will auch der Rentner bis zu diesem Zeitpunkt keine Stellung zu seiner Einsprache nehmen.

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