St.Gallen: Anwohner kippen Wasser auf weibliche Wildpinkler
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St.GallenAnwohner kippen Wasser auf weibliche Wildpinkler

Ärger beim St. Gallerfest: Anwohner beschweren sich, dass eine ganze Gasse als Urinal benutzt wird. Hinzu kommt Erbrochenes. Die Veranstalter indes ziehen eine positive Bilanz.

von
juu
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Das diesjährige St. Gallerfest wurde von 115'000 Personen besucht. Stadtpolizei und Organisationskomitee ziehen eine positive Festbilanz.

Das diesjährige St. Gallerfest wurde von 115'000 Personen besucht. Stadtpolizei und Organisationskomitee ziehen eine positive Festbilanz.

zvg
Anwohner sehen das aber kritischer.

Anwohner sehen das aber kritischer.

juu
«Ich habe am Morgen das Badezimmerfenster geöffnet und alles hat gestunken. Unten sah man sogar noch den nassen Urin auf den Steinen», erzählt eine Anwohnerin.

«Ich habe am Morgen das Badezimmerfenster geöffnet und alles hat gestunken. Unten sah man sogar noch den nassen Urin auf den Steinen», erzählt eine Anwohnerin.

juu

«Es ist nach jedem grossen Fest das Gleiche», so Anwohnerin H.M.* am Sonntag gegenüber 20 Minuten. Sie spielt damit auf die kleine Gasse hinter ihrem Haus an, die nach dem St. Gallerfest erneut einem Urinal und Drogenloch gleiche.

Am Sonntagmorgen sind die Überbleibsel der Nacht noch deutlich sichtbar: «Hier zwischen dem Urin und dem Erbrochenen liegen auch einige Scherben und Drogenreste», sagt M. sauer. In weiser Voraussicht schrieb sie bereits am Freitag, vor offiziellem Start des St.Gallerfestes, in den Stadtmelder, dass eine Hochdruckreinigung nötig sein würde.

Hemmungen sinken

M. bewohne die Strasse bereits seit viereinhalb Jahren und sei jedes Mal aufs Neue überrascht: «Die Hemmschwelle der Betrunkenen sinkt von Jahr zu Jahr. Es ist einfach grusig», so die Frau. Dieses Jahr habe sie in besagter Gasse auch eine Gruppe Mädchen in der Hocke pinkeln gesehen und das, obwohl sich keine zehn Meter weiter zwei ToiToi-Häuschen befinden. «Einmal haben wir Wasser aus dem Fenster gekippt, dann waren natürlich alle ganz schnell verschwunden», sagt die St.Gallerin.

Sie würde sich wünschen, dass in naher Zukunft alle kleinen Gässlein vor Beginn solcher Feste geschlossen werden: «Das senkt das Risiko, dass sich diese Leute in dunklen Ecken entledigen. Sie sind dann an die Hauptstrasse gebunden und dort werden sie von allen gesehen.»

«Die Veranstalter trifft keine Schuld»

M. ist selbst Fest-Besucherin und will sich das auch nicht nehmen lassen: «Die Veranstalter trifft keine Schuld. Lediglich die jüngeren Menschen sollten sich etwas mehr Anstand zulegen und ihre Grenzen kennen.»

Stadtpolizei und Organisationskomitee ziehen eine positive Festbilanz: «Sowohl Sanität als auch Stadtpolizei sprechen von einem ruhigen und friedlichen St. Gallerfest ohne nennenswerte Zwischenfälle», heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt St. Gallen vom Sonntag. Wie es auf Anfrage bei der Stadtpolizei heisst, wurden keine Bussen (Kostenpunkt 60 Franken) wegen Wildpinkelns ausgestellt. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Lärmschutzwerte eingehalten.

Das diesjährige St. Gallerfest wurde von 115'000 Personen besucht. Dies sind zwar 5000 Besucher mehr als noch im Vorjahr, aber um das Rekordjahr 2013 mit 150'000 Gästen zu übertreffen, hat es nicht gereicht.

*Name der Redaktion bekannt

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