Stadt Zürich: Anwohner nerven sich über das Formel-E-Rennen
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Stadt ZürichAnwohner nerven sich über das Formel-E-Rennen

Das Zürcher Formel-E-Rennen hat nicht nur Fans. Einige Anwohner zeigen sich über den nächtlichen Baulärm, Umsatzeinbussen und Absperrgitter verärgert.

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mon
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Auf dieser Strecke werden die Formel-E-Rennautos am 10. Juni durch die Zürcher Innenstadt rasen.

Auf dieser Strecke werden die Formel-E-Rennautos am 10. Juni durch die Zürcher Innenstadt rasen.

Beton- und Gitterabsperrungen verwandeln das Mythenquai in eine Rennstrecke.

Beton- und Gitterabsperrungen verwandeln das Mythenquai in eine Rennstrecke.

Keystone/Gaetan Bally
Anwohner ärgern sich über den Lärm und die Einsatzeinbussen rund ums Mythenquai.

Anwohner ärgern sich über den Lärm und die Einsatzeinbussen rund ums Mythenquai.

Keystone/Gaetan Bally

Ausverkaufte Tickets, Beton- und Gitterabsperrungen neben den Strassen und verschwundene Verkehrsinseln – die Stadt Zürich bereitet sich auf das erste Schweizer Autorennen seit 63 Jahren vor. Am 10. Juni rasen die Formel-E-Boliden durch die Zürcher Innenstadt.

Neben der grossen Vorfreude sorgt der E-Prix aber auch für Ärger im Quartier rund um das Mythenquai. «Hier ist seit Tagen die Hölle los», sagt Eva Germann, Pächterin des Hafen-Enge-Kiosk, zu «Tages-Anzeiger». «Mein Umsatz ist zurückgegangen, Personal und Lieferanten müssen grosse Umwege fahren.» Doch damit nicht genug: Während des Rennens muss sie den Kiosk schliessen.

Nächtlicher Baulärm und Umsatzeinbussen

Auch René Sutter von der Bootsvermietung beim Mythenquai klagt über Umsatzeinbussen. Immerhin hätten ihm die Veranstalter aber ein faires Angebot gemacht: So darf er am Renntag sein Floss für einen Boot-Taxi-Dienst zur Verfügung stellen und erhält eine angemessene Entschädigung, so Sutter zur Zeitung.

Für die Quartier-Anwohner gibt es hingegen keine Entschädigung – dafür nächtlichen Baulärm: «Gegen das Formel-E-Rennen ist die Street Parade, vor der ich jährlich aus der Stadt fliehe, ein Kindergeburtstag», sagt der 78-jährige Rolf Preisig. Auch Bettina und Andi Wunderli haben langsam genug: «Das Aufstellen der Betonblöcke mit Gittern und der Aufbau der Brücke waren alles andere als lärmarm.» Zudem hätte es kaum Informationen seitens der Veranstalter gegeben.

Zürichs Formel-E-Strecke

Die Formel-E-Strecke in Zürich mit dem Velo abgefahren. (Video: Tamedia)

So wird die Strecke des Zürcher E-Prix aussehen.

Grosses Interesse an Anwohner-Besichtigung

Stephan Oehen, Mediensprecher des Veranstalters Zürich E-Prix, wehrt sich gegen die Vorwürfe: «Die Aufbauarbeiten finden zum Teil in der Nacht statt, um den Verkehr möglichst wenig zu behindern.» Und die Anwohner hätten durchaus Informationen erhalten. Neben den Flyern gab es im Januar und April eine Zusammenkunft zwischen den Veranstaltern und den Quartiervereinen Enge und Wollishofen.

Laut Oehen seien viele Anwohner auch begeistert von dem Rennen: Für die exklusive Besichtigung der Boxengasse hätten sich bereits über 200 Quartier-Anwohner angemeldet.

Verkehrseinschränkungen während der Woche

Egal ob man sich auf den E-Prix freut oder ob man sich ärgert: Während der Woche und besonders am Rennwochenende muss man mit diversen Einschränkungen im städtischen Verkehr rechnen. So ist das Mythenquai, die Marsstrasse sowie die Parkplätze Honrain, Hafendamm Mythenquai und Strandbad Mythenquai während der ganzen Woche für den Verkehr gesperrt.

Während dem Rennwochenende empfiehlt es sich mit dem Auto einen grösseren Bogen um die Innenstadt zu machen und mit dem ÖV anzureisen: Diverse Strassen wie etwa die Alfred-Escher-Strasse, der Ulmbergtunnel, die General-Wille-Strasse, der Tessinerplatz oder der General-Guisan-Quai sind ab Freitagabend komplett oder teilweise gesperrt.

Für Bootsbesitzer gilt am Samstag und Sonntag zudem ein Festmacheverbot beim Hafen Enge.

Buemi braust mit Formel-E-Auto durch Zürich

(Video: Tamedia/Goodmeat)

Der Schweizer Formel-E-Star Sébastien Buemi erkundete mit seinem Rennwagen bereits die Zürcher Innenstadt.

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