Uitikon ZH: Anwohner sind gegen das Fahrtenkontrollsystem

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Uitikon ZHAnwohner sind gegen das Fahrtenkontrollsystem

Das Fahrtenkontrollsystem auf dem Uetliberg soll definitiv erhalten bleiben. Dagegen haben aber nun unter anderem Anwohner Rekurs eingereicht.

von
jen
Auf den Uetliberg gelangt man zu Fuss, mit der Bahn oder dem Velo. Autofahrten sind nur mit Bewilligung erlaubt.

Auf den Uetliberg gelangt man zu Fuss, mit der Bahn oder dem Velo. Autofahrten sind nur mit Bewilligung erlaubt.

Alessandro Della Bella

Der Autoverkehr am Uetliberg, wo seit 1911 ab Ringlikon ein Fahrverbot gilt, bleibt weiterhin ein Zankapfel. Dies, obschon seit letztem Frühjahr die Gemeinde Uitikon mit einem neuen System illegale Fahrten erfolgreich stoppt.

Eine solarbetriebene Kontrollstelle beim Uitiker Schülerheim filmt die Autos und registriert sie. Bisher sind bereits etwa 800 Bussen ausgesprochen, gleichzeitig aber auch rund 1200 Einzelbewilligungen sowie 350 Dauerbewilligungen ausgestellt worden.

«Die Stossrichtung stimmt»

Nun soll dieses Fahrtenkontrollsystem definitiv eingeführt werden. Das hat die Kantonspolizei auf gemeinsamen Antrag der Gemeinden Uitikon und Stallikon sowie der Stadt Zürich beschlossen. Dagegen haben Anwohner, der nationale Fachverband Fussverkehr Schweiz und der Verein Pro Uetliberg Rekurs eingereicht.

Die Rekurrierenden befürworten zwar die neuen Massnahmen, die Uitikon ergriffen hat. «Die Stossrichtung stimmt», anerkennt Margrith Gysel, Präsidentin von Pro Uetliberg, einem Verein, der 2005 entstand, um den illegalen Autoverkehr am Berg einzudämmen. «Uns stören namentlich die unklaren Zuständigkeiten für die Erteilung von Sonderbewilligungen.»

Jährlich 1500 Einzelfahrbewilligungen

Der Ermessensspielraum sei viel zu gross, da die Kantonspolizei in ihrer Verfügung die Bewilligungsbehörde nicht einmal genau bezeichne. Mehr denn je werde auf diese Weise das Fahrverbot durch zahllose und fast beliebige Ausnahmen durchlöchert, ausserhalb der Bürozeiten und an Wochenenden gar telefonisch im Schnellverfahren. «Ausserdem wird damit die Verkehrsmassierung im Zusammenhang mit dem Hotel Uto Kulm nicht gelöst», sagt Margrith Gysel.

Schon im Jahr 2011 hatten Erhebungen ergeben, dass die Kantonspolizei pro Jahr 1500 Einzelfahrbewilligungen für Warentransporte und 50 generelle Jahresbewilligungen für Gastrobetriebe, Lieferanten, Handwerker sowie ständige Bewohner ausstellte. Dies steht in der Rekursschrift, die dem «Tages-Anzeiger» vorliegt. Eine relevante Reduktion sei in der Folge nicht eingetreten, die Dauerbewilligungen seien gar erhöht worden, heisst es darin weiter.

Gestaltungsplan ist ein «Schnellschuss»

Die rekurrierenden Privatpersonen befürchten ebenso, dass die Fahrbewilligungen weiter zunehmen, weil die Ansprüche der Gastrobetriebe stetig steigen, insbesondere jene des Restaurants und des Hotels Uto Kulm. Unkontrollierbarer Mehrverkehr beeinträchtige künftig sowohl die Verkehrssicherheit als auch den Wohnwert der Liegenschaften und brächten ihnen zusätzliche Immissionen, geben die Anwohner der Uetlibergstrasse zu bedenken.

Im Rekursschreiben wird obendrein kritisiert, dass das neue Verkehrsregime dem Gestaltungsplan Uto Kulm vorgreife und darum ein «Schnellschuss» sei. Der Gestaltungsplan werde ohnehin die Zahl der Fahrten beschränken genauso wie die Events, die einen wichtigen Teil der Ausnahmefahrten auf den Uetliberg auslösen.

Der kantonale Gestaltungsplan Uto Kulm aus der Baudirektion von Markus Kägi (SVP) befindet sich derzeit offenbar in der finalen Phase. Mit einer Festsetzung ist bis spätestens Ende 2016 zu rechnen. Erst nach dessen Inkrafttreten soll, wie im Rekurs verlangt wird, über die Verkehrsbeschränkungen auf der Uetliberg- und der Gratstrasse bis hin zur Buchenegg neu entschieden werden.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger», bearbeitet von 20 Minuten.

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