13.05.2016 08:07

Bätterkinden BEAnwohner skeptisch gegenüber RBS-Depot

Der RBS favorisiert Bätterkinden als Standort für das geplante Depot. Die Bewohner sind jedoch skeptisch – eine unabhängige Studie soll Klarheit schaffen.

Weil das Depot in Worblaufen zu klein wird, will der RBS ein neues Depot bauen. Als Standort favorisiert das Unternehmen Bätterkinden Stockacher.

Weil das Depot in Worblaufen zu klein wird, will der RBS ein neues Depot bauen. Als Standort favorisiert das Unternehmen Bätterkinden Stockacher.

Kein Anbieter/Google Street View

Der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) hat für sein neues Abstelldepot einen Standort in Bätterkinden im Visier. Aus betrieblicher Sicht sei der Standort Bätterkinden Stockacher am besten geeignet für ein Depot, sagte RBS-Direktor Fabian Schmid am Donnerstagabend in Bätterkinden. Rund 200 Einwohner zeigten sich an der Infoveranstaltung aber skeptisch gegenüber dem Standort auf Kulturland.

Im Vorfeld wurden über 30 Standorte geprüft. In Frage kommen für den RBS die Abschnitte Worblaufen-Zollikofen und Bätterkinden. Das Bahnunternehmen sucht nach einer Landfläche von rund vier Hektaren, um mindestens 13 zusätzliche Züge unterzustellen.

RBS sucht den Austausch mit der Bevölkerung

Die Wahl ist auf Bätterkinden gefallen, weil ein Bau technisch einfach zu realisieren und finanziell günstig ist. Zudem sei es in Bätterkinden möglich, Synergien im Unterhalt und Bahndienst zu nutzen, sagte Schmid. Schmid betonte jedoch immer wieder, dass über den Standort noch nicht fix entschieden worden sei. Dem RBS liege der Dialog mit der Bevölkerung am Herzen.

Der RBS scheint bestrebt, es besser zu machen als die BLS, die mit ihrem Standortentscheid für ein neues Depot in Bern-Riedbach nicht nur die Bauern vor Ort vor den Kopf stiess. Deshalb luden die Gemeinde Bätterkinden und der RBS die Bevölkerung zu einem Informationsanlass mitsamt Fragerunde ein.

Bewohner skeptisch gegenüber dem geplanten Depot

Zahlreiche Bewohner äusserten denn auch Bedenken wegen der Lärmemissionen, ihrer Aussicht und wegen des Schulwegs ihrer Kinder. Zudem werde der vorgesehene Standort momentan für die Landwirtschaft genutzt, wurde immer wieder argumentiert. Gemeindepräsident Beat Linder gab unumwunden zu, dass aus dem Depotbau keine Vorteile für Bätterkinden entstehen.

Als nächsten Schritt hat die RBS eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben, welche landschaftliche, ökologische und raumplanerische Aspekte prüfen soll. In die Studie können Fragen aus der Gemeinde und der Bevölkerung einfliessen. Die Resultate sollen schon diesen Sommer vorliegen.

Standortentscheid soll noch dieses Jahr fallen

Das Bahnunternehmen will spätestens bis zum dritten Quartal dieses Jahres einen Standortentscheid treffen. Ende 2023 soll das Depot voraussichtlich in Betrieb genommen werden. Der RBS rechnet mit Baukosten in Höhe von 30 bis 50 Millionen Franken.

Um die stetig wachsende Zahl der Fahrgäste auch in Zukunft transportieren zu können, plant der RBS das Sitzangebot um 50 Prozent zu erhöhen. Deshalb wird der Bahnhof Bern neu gebaut, und die übrigen Bahnhöfe zwischen Solothurn und Jegenstorf werden ausgebaut.

Zudem sollen zwischen Solothurn und Bern künftig längere Züge verkehren. Mit den zusätzlichen Zugteilen kommt die Bahn in den Abstellanlagen an Kapazitätsgrenzen. Deshalb muss sie ein neues Depot bauen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.