Lärm im Bruchquartier: Anwohner sollen anzeigen
Aktualisiert

Lärm im BruchquartierAnwohner sollen anzeigen

Im Luzerner Bruchquartier werden Anwohner mittels Flugblatt aufgefordert, bei Lärmbelästigung sofort die Polizei zu rufen.

von
Lena Berger
Diesen Flyer erhielten die Bewohner des Bruchquartiers. (ber)

Diesen Flyer erhielten die Bewohner des Bruchquartiers. (ber)

«Chasch ned schloofe – lüüt aa!!»: Dieser Aufruf, bei Lärmbelästigung sofort die Polizei zu verständigen, landete in den letzten Tagen und Wochen in den Briefkästen der Bewohner des Bruchquartiers. Verteilt wurden die Flugblätter von der rund zehnköpfigen Gruppe Wohnqualität im Bruchquartier. «Wir wollen alle mobilisieren, die sich durch den Lärm von Partygängern gestört fühlen», sagt Mitglied Felix Frei. «Die Stadt hat uns mitgeteilt, dass sie nichts gegen die Nachtruhestörung machen kann, wenn diese nicht durch Anzeigen hieb- und stichfest belegt ist», erklärt Frei. Eine Zumutung für die Bewohner seien vor allem die Besucher des Clubs Opera und der «nachtaktiven» Bäckerei Meile.

Doch der Aufruf stösst längst nicht bei allen Quartierbewohnern auf offene Ohren. «Die Aktion ist übertrieben», findet etwa Cecile Moser (21). Wer in der Stadt wohne, müsse mit einem gewissen Lärmpegel rechnen. «Für mich klingt das nach Aufhetzung. Ich finde, es ist jedem selbst überlassen, ob er die Polizei alarmieren will oder nicht.»

Bisher scheint die Flyeraktion noch nicht gefruchtet zu haben. «Seit Mitte Juni ist bei uns keine Anzeige wegen Lärmbelästigung im Bruchquartier mehr eingegangen», sagte Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Polizei, auf Anfrage.

«Bruch Bros» ist geschlossen

Die Wiedereröffnung der Bruch-Brothers-Bar am Kasernenplatz ist nach der Sommerpause auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Grund: Eine Anwohnerin hat wegen Verstosses gegen die Lärmschutzverordnung im Frühjahr Strafanzeige eingereicht. Wie die «Neue Luzerner Zeitung» berichtete, wird den Betreibern vorgeworfen, die laut Bewilligung maximal zulässigen 93 Dezibel um zwei Dezibel überschritten zu haben. Das Verfahren läuft noch.

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