23.02.2019 08:46

BaselAnwohner wundern sich über 15-jährige Baustelle

Dass ein Bau etwas länger braucht als geplant, ist eine Sache. Geschlagene 15 Jahre mitten in der Stadt neben einer Baustelle zu wohnen, ist aber eine Seltenheit. Nun spricht der Bauherr.

von
las
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Seit 15 Jahren ist hier eine Baustelle. Die Anwohner wundern sich, was es mit dem ewigen Bau auf sich hat.

Seit 15 Jahren ist hier eine Baustelle. Die Anwohner wundern sich, was es mit dem ewigen Bau auf sich hat.

20 Minuten/las
Die beiden Liegenschaften befinden sich in der Steinbühlallee an der Grenze zwischen dem Kanton Basel-Stadt und der Baselbieter Gemeinde Allschwil.

Die beiden Liegenschaften befinden sich in der Steinbühlallee an der Grenze zwischen dem Kanton Basel-Stadt und der Baselbieter Gemeinde Allschwil.

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Auf einer Google-Street-View-Aufnahme aus dem Jahr 2014 ist gar zu sehen, wie die Natur angefangen hat, sich das Gerüst einzuverleiben.

Auf einer Google-Street-View-Aufnahme aus dem Jahr 2014 ist gar zu sehen, wie die Natur angefangen hat, sich das Gerüst einzuverleiben.

Google Street View

Seit rund 15 Jahren stehen zwei Mehrfamilienhäuser in der Basler Steinbühlallee leer. Statt von Menschen bewohnt sind sie seit langer Zeit teilweise in Gerüste gehüllt. Die Anwohner fragen sich, was es mit der ewigen Baustelle in ihrer Strasse auf sich hat.

Über die Jahre begannen Gerüchte über den Bau zu kursieren. War die Baufirma in Konkurs gegangen? Hatte der Bauherr einen Meter zu hoch gebaut und musste das Projekt abbrechen? Gab es einen Wasserschaden? «Mich fragen immer wieder Leute, was mit dem Haus los sei. Ich muss immer sagen: Ich weiss es nicht», erzählt ein ehemaliger Bewohner.

Baubewilligung lief von 2003 bis 2015

Eine Nachfrage beim Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) bringt ein wenig Licht ins Dunkel. «Die Baubewilligung wurde 2003 erteilt», sagt André Frauchiger vom BVD. Bereits nach einem Jahr hätte sie erlöschen können, weil die Ausführung länger als ein Jahr eingestellt war. Tatsächlich als erloschen erklärt wurde sie laut Frauchiger aber erst 2015.

Die Baustelle sei regelmässig kontrolliert worden, die Einrüstung der Liegenschaften sei nicht bewilligungspflichtig, so Frauchiger weiter. «Der staatliche Einfluss darauf, was ein Besitzer mit seinem Eigentum macht, ist beschränkt», hält er zudem fest.

Das sagt der Bauherr

«Das Gerüst kommt bald weg», versichert der Eigentümer und Bauherr auf Anfrage von 20 Minuten. Er sagt, dass sich der Bau wegen Problemen mit der Abdichtung verzögert habe. Einen Teil der Verantwortung nimmt er aber auf seine Kappe: «Es gab auch terminliche Probleme bei mir», gesteht er.

Die gute Nachricht ist, dass inzwischen Abschlussarbeiten an den Liegenschaften im Gange sind. Laut dem Eigentümer dürften die seit 15 Jahren leer stehenden Häuser bereits diesen Sommer bezogen werden. Damit dürfte der Spuk um die Geisterbauten in der Steinbühlallee bald ein Ende haben.

Einige haben sich daran gewöhnt

Ein Nachbar zeigt sich aber nicht unzufrieden mit dem gegenwärtigen Leerstand: «Es könnte ruhig noch zehn Jahre so weitergehen», sagt er mit einem Schmunzeln. «Wenn jemand einzieht, könnte bald Schluss mit der schönen Ruhe sein.»

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